Bündner Regierung: Im Internet noch nicht angekommen

Share

Durch den geplanten Zusammenschluß von “La Voce del San Bernardino” und “Il Grigione Italiano” würde neu der gesamte italienischsprachige Teil Graubündens mit einer Zeitung abgedeckt, so die Bündner Regierung in einer aktuellen Mitteilung.

Das ist nicht nur falsch, sondern völlig absurd. Denn natürlich stimmt es nicht.

Beispiel für eine Internetzeitung im Bernina-Puschlav-Gebiet: Il Bernina

Beispiel für eine Internetzeitung im Bernina-Puschlav-Gebiet: Il Bernina

Doch offenbar kennt die Bündner Regierung nicht das Internet. Denn es gibt im Internet massenhaft Publikationen, im italienischsprachigen Teil Graubündens zum Beispiel im Moesane Il Moesano oder im Puschlav und Berninagebiet “Il Bernina“.

Es ist erstaunlich, daß der Kanton (und der Bund) in der Presseförderung nicht merken oder nicht merken wollen, daß sich die Presse und deren Leserschaft nun einmal ins Internet verlagert. Wir leben nun einmal im Internetzeitalter.

Anstattdessen werden Produkte gefördert, die archaisch daherkommen. Man muß heutzutage keine Bäume mehr fällen, um Informationen auf Papier drucken zu können.

Es gibt das Internet.

Das, was Bündner Regierung und Bund in der Presseförderung machen ist als wenn jemand bei Aufkommen der Autos krampfhaft Pferdekutschen fördert.

Umweltschädliche Papierzeitungen werden gefördert

Beispiel für eine Internet-Lokalzeitung für das Domleschg: Domleschger-Zeitung.ch

Beispiel für eine Internet-Lokalzeitung für das Domleschg: Domleschger-Zeitung.ch

Bäume (im Ausland) fällen lassen für Papier, welches dann in die Schweiz gekarrt wird, Energie und Material für Druck, der Transport der Papierzeitungen zu den – meist betagten – Leser, was das alles für Umweltverschmutzungen verursacht.

Normalerweise sollte man dort fördern, wo die Umwelt geschont wird und wo die Zukunft hinführt. Und nicht Produkte fördern, die ins Gestern führen.

Aber eine Presseförderung für Internetmedien gibt es nicht. Es dürfte Zeit werden, daß das Parlament so verjüngt wird, daß es im Internet ankommt. Das Gleiche gilt für die Bündner Regierung.