Walser: Auch nach 800 Jahren in Graubünden nicht integriert

Walser: Auch nach 800 Jahren in Graubünden nicht integriert

Integration ist manchmal schwieriger als man denkt. Walser sind auch nach fast 800 Jahren in Graubünden nicht integriert, was aufgrund des sehr langen Zeitraum äußerst erstaunlich ist. 

In Klosters etwa prangt ein Schild „800 Jahre Walserstolz“ einem entgegen. Wenn man den Ort betritt, wird einem gleich klargemacht, man ist hier eigentlich im Wallis, nicht in Graubünden, man ist bei den „Walsern“, den nach Graubünden ausgewanderten Wallisern, nicht bei Bündnern.

Es gibt Walserwege, Walserhäuser, Walser-Sonstwas. Man stelle sich einmal vor, die Nachkommen von Deutschen, die nach Graubünden migriert sind würden in 800 Jahren ihre Deutschenwege, Deutschenhäuser und Sonstwas feiern.

Die Walservereinigung gibt es zudem noch. Sie bringt Bücher heraus wie „Diis Gsetz isch nit inschas Gsetz“ (Dein Gesetz ist nicht unser Gesetz). Herausgegeben von Erwin Wyss, es geht um „Lebensbilder aus dem Walserdorf Mutten“, die er offenbar vom Titel her dadurch geprägt sieht, daß für Walser eigene Gesetze galten (oder gelten?).
Und sie sich nicht den bündner Regeln und Gesetzen zu fügen bereit waren. Das staatliche SRF umschreibt das Buch, welches dies feiert, so: „Es mag ein altes Klischee sein, dass Bergler störrisch und unnahbar sind. Im bündnerischen Mutten werden alte Traditionen und Gepflogenheiten allerdings vehement verfochten. In Erwin Wyss Buch « Diis Gsetz isch nit inschas Gsetz» kommt dieser Dorfcharakter klar zum Ausdruck.“

Das SRF berichtet zum Umgang der aus dem Wallis zugezogenen Walsern mit heutigen Zugezogenen (z. B. Churern oder Zürchern, die heute als „Auswärtige“ sich betrachten lassen müssen, daß diese es früher besonders „schwer gehabt“ hätten und „mit allen Mitteln von der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen worden“ seien.

Hierzu heißt es weiter:

„Auswärtigen gegenüber war man ablehnend eingestellt und auch heute noch wundern sich Zuzüger über alte Gesetze wie: «Äste von Bäumen absägen ist verboten!“

Remo Maßat

Admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert