Patagonia im Engadin: Reparieren statt wegwerfen – Lorenzo Bagordo zu den Motiven

Patagonia im Engadin: Reparieren statt wegwerfen – Lorenzo Bagordo zu den Motiven

Die Marke Patagonia verfolgt eine klare Mission, die stark auf Umwelt- und Sozialverantwortung ausgerichtet ist. Aktuell besucht ein mobiles Nähstudio das Engadin, also die bekannteste Wintersportgegend Graubündens. Dort werden gratis Bergbekleidungsstücke repariert, egal von welcher Marke.

Rhätische Zeitung war vor Ort und konnte mit Lorenzo Bagordo, Verkaufsleiter von Patagonia Schweiz, sprechen, der vor Ort war.

Dieses Bergbekleidungsstück hat schon viele Jahrzehnte auf dem Buckel, wurde schon oftmals repariert.
Reparieren statt konsumieren und neu kaufen: Dieses Bergbekleidungsstück hat schon viele Jahrzehnte auf dem Buckel, wurde schon oftmals repariert.

Patagonia wende sich gegen Wegwerfkultur und für den Erhalt und die Weitergabe von hochwertiger Alpinbekleidung, so Bagordo. Es gehe hierbei auch um Nachhaltigkeit.
So können Bergbekleidungsstücke von Generation zu Generation weitergegeben werden, weil sie hochwertig verarbeitet sind.
Und aufgrund der hochwertigen Verarbeitung biete Patagonia auch eine Garantie, sich auf das Bekleidungsstück beziehe, erläutert er. Zu dieser Garantie steht auf der Webseite von Patagonia: „Falls du mit einem unserer Produkte unzufrieden bist oder wenn es deine Erwartungen nicht erfüllt, bringe es deinem Händler zurück oder wende dich an Patagonia. “

Das Unternehmen sieht sich nicht bloß als reiner Verkäufer von Alpin-Bekleidung, sondern als Akteur im Umweltschutz, so Bagordo weiter.

Lorenzo Bagordo im Gespräch mit Rhätische Zeitung.
Lorenzo Bagordo im Gespräch mit Rhätische Zeitung.
Lorenzo Bagordo und ein Mitarbeiter begutachten eine zu reparierende Skihose.
Eine zu reparierende Skihose wird begutachtet. Leider konnte sie nicht repariert werden, weil die Reparaturen nach Eingang durchgeführt werden und die Person, die sie brachte, am nächsten Tag nicht nochmals nach Pontresina kommen konnte.

Nachhaltigkeit als Kernprinzip

Die Firma verwendet aus Nachhaltigkeitsgründen bevorzugt rezyklierte Materialien und solche, die aus biologischem Anbau stammen. Wie etwa Baumwolle oder auch Hanf, eine alte Kulturpflanze.
Auf Reparatur statt Neukauf setzt sie zudem mit dem Getragene Kleidung-Programm („Worn Wear program).

Patagonia sei zwar teurer als billige Marken, aber setze auf sehr langlebige Produkte, die bewußt nicht schnell ersetzt werden sollen, sondern hochwertig verarbeitet sind und auf langen Gebrauch ausgelegt sind, erläutert Bagordo.

Zu reparierende Bergbekleidung wartet darauf, genäht zu werden.
Zu reparierende Bergbekleidung wartet darauf, genäht zu werden.

Weniger Konsumismus

Patagonia wende sich gegen Konsumismus. Patagonia forderte in Kampagnen Kunden sogar aktiv dazu auf, weniger zu kaufen.

2022 hat Gründer Yvon Chouinard das Unternehmen so umstrukturiert, daß alle Gewinne (nach Reinvestitionen) in den Kampf gegen den Klimawandel fließen.

Patagonia bot kostenlose Reparaturen von Alpinbekleidung aller Marken an.
Patagonia bot kostenlose Reparaturen von Alpinbekleidung aller Marken an.
Eine Frau holt reparierte Ware ab.
Eine Frau holt reparierte Ware ab.

Am Schluß kommt noch ein langjähriger Kunde

Kurz vor Schluß vor 18 Uhr tauchte ein Mann auf, der ein Alpinbekleidungsstück abholte, das zur Reparatur gegeben worden war.

Der Mann, Heinz, erzählte, daß er 1979 auf Patagonia gestoßen war, als er den höchsten Berg von Alaska bestiegen hatte.

Das Kleidungstück, das er in Reparatur gegeben hatte, besitze er bereits 41 Jahre.

Lorenzo Bagordo spricht mit Heinz, langjhriger Patagonia-Kunde
Gespräch unter Alpinisten: Lorenzo Bagordo spricht mit Heinz (81), einem langjährigen Patagonia-Kunden.
Alles Patagonia...
Die Bergbekleidung des Kunden komplett von Patagonia…
1979, als Heinz den höchsten Berg von Alaska bestiegen hatte, wurde er auf die Marke Patagonia aufmerksam
1979, als Heinz den höchsten Berg von Alaska, den Mount McKinley (der heute Denali heißt und früher Bolschaja Gora hieß,) bestiegen hatte, wurde er erstmals auf die Marke Patagonia aufmerksam, berichtet er.

Zug der Rhätischen Bahn blieb mehrfach liegen

Fast hätte der Termin nicht geklappt, wäre der hier Schreibende nicht früher losgefahren.

Auf der Anreise zum Medientermin war der Zug der Rhätischen Bahn zuerst in Landquart nicht angefahren, dann mehrfach auf der Strecke liegengeblieben beziehungsweise von anderen Bahnhöfen auf der Fahrt durch die Region Prättigau-Davos über das Unterengadin immer wieder nicht abgefahren. Der Bus nach Pontresina habe nicht warten können, wurde kurz vor Erreichen es Bahnhofs Samedan durchgesagt.

Das ist noatabene die Bahn, die Fahrgäste genußvoll büßt, wenn diese eine Tageskarte 1 Minute (!) zu spät, also nach Zugabfahrt, lösen. 

(rm)

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