Berufsmeisterschaften: Regierung nimmt Abstand von 123,5 Mio Franken-Großanlaß „WorldSkills / EuroSkills / SwissSkills“
Die bündner Regierung sieht von einer Kandidatur für die Berufsmeisterschaften WorldSkills, EuroSkills und SwissSkills ab.
Hauptgründe sind insbesondere die fehlende Infrastruktur und die exorbitant hohen Kosten.
Zu diesem Schluss gelangt sie nach der Prüfung einer entsprechenden Machbarkeitsstudie. Dieser ist zu entnehmen, daß keine realistischen Chancen für eine Organisation und Durchführung der WorldSkills bestehen und von einer Kandidatur für die SwissSkills abzuraten sei.
Die zentralen Kriterien sind die fehlenden Infrastrukturen und die deshalb nötigen Aufwendungen. Es bestehen weder geeignete überdachte Wettkampf- noch Showflächen.
Ausreichend Platz für temporäre Bauten würde zum Beispiel der Industriepark Vial in Domat/Ems bieten. Im Falle einer Bündner Kandidatur müßte die Fläche allerdings für die kommenden Jahre freigehalten werden. Die Regierung ist jedoch vorrangig daran interessiert, an diesem Standort Wirtschaftsbetriebe anzusiedeln.
Im Übrigen mußte die anfängliche Vorstellung, daß WorldSkills bzw. SwissSkills an mehreren Standorten durchgeführt werden könnten, korrigiert werden, da eine solche Variante von der Stiftung SwissSkills nicht akzeptiert wird.
Daß bei den exorbitanten Kosten überhaupt nach den mehrfachen Olympia-Debakeln die Bündner Regierung eine Machbarkeitsstudie veranlaßt hat, ist bereits mehr als fragwürdig und kann schon für sich genommen als Steuergeldverschwendung gesehen werden bzw. muß wohl als solche betrachtet werden.
Kosten von 1,5 Mio Steuergeldern bloß für die Bewerbung, danach Kosten von 122 Mio
Bereits eine Bewerbung für die Durchführung der WorldSkills würde Kosten in Höhe von über 1,5 Millionen Franken auslösen.
Gemäß Machbarkeitsstudie müßte bei einer erfolgreichen Kandidatur mit einer finanziellen Beteiligung der öffentlichen Hand in der Höhe von etwa 122 Millionen Franken gerechnet werden. In diesem Kontext wurde auch eine Kandidatur für die EuroSkills geprüft.
Dabei zeigte sich, daß auch diese mit hohen Kosten für die Infrastruktur verbunden wäre.
Eine Kandidatur für die Berufsmeisterschaften WorldSkills, SwissSkills und EuroSkills wird daher vorläufig nicht weiterverfolgt, so die bündner Regierung.
Bild oben: ©WorldSkills International (an den World Skills 2017 gewann Irina Tuor aus Brigels die Goldmedaille in der Berufskategorie Fachfrau Gesundheit)

