Anfrage von Paolo Papa, BDP, wegen Kolonisierung durch invasiven ausländischem Baum
Der Götterbaum ist eine invasive Baumart, welche von Ostasien nach Europa eingeführt wurde. Zurzeit verursacht diese Art ernste Probleme, nicht nur indem sie durch das Verdrängen von einheimischen Arten die Biodiversität schädigt, sondern auch weil sie die nachhaltige Pflege des Schutzwaldes infragestellt.

Der Götterbaum stellt sich hauptsächlich in Waldlichtungen und Schlagflächen nach waldbaulichen Eingriffen ein. Dank der leichten Samenverbreitung und ihrer enormen Wuchskraft kann diese Baumart die Qualität der Naturverjüngung stark beeinträchtigen. Diese ist aber für die Pflege des Schutzwaldes ein zentrales Element.
Nebst den negativen Auswirkungen auf die Stabilität des Schutzwaldes und dessen nachhaltige Pflege stellt der Götterbaum außerdem ein markantes Bewirtschaftungsproblem in den umliegenden Weinbergen und Obstgärten dar.
Der Götterbaum kommt in unserem Gebiet seit mehreren Jahrzehnten vor, aber erst in den letzten zehn Jahren hat die Verbreitung sehr stark zugenommen und es wurden inzwischen viele neue Areale besiedelt.
Betroffen ist zurzeit die rechte Talseite der Mesolcina, vor allem im Gebiet der Gemeinde San Vittore bis auf einer Höhe von 800 – 900 m ü.M. Hier kommt der Götterbaum auf einem Quadratkilometer des Schutzwaldes oberhalb des Dorfes vor.
Im Kanton Tessin sind in den tieferen Lagen inzwischen große Waldflächen von dieser invasiven Baumart in Beschlag genommen worden.

Dank seiner Eigenschaften ist der Götterbaum potentiell in der Lage, im Verlaufe der nächsten Jahrzehnte die Wälder der tieferen Lage im Mösano auf einer Fläche von über 15 km2 zu kolonisieren.
Die Klimaerwärmung wird exotische Arten wie den Götterbaum gegenüber den einheimischen Pflanzenarten noch zusätzlich begünstigen, es ist mit einer weiteren Ausdehnung des besiedelten Gebietes bis auf eine Höhe von über 1000 m ü.M. zu rechnen.
Gemäß verschiedenen Literaturangaben sind die einzigen effizienten und finanziell tragbaren Bekämpfungsmaßnahmen die Dauerbeschattung im Jugendstadium und die Anwendung von Herbiziden. Mechanische Eingriffe wie das Fällen erweisen sich in der Regel als kontraproduktiv, weil der Götterbaum darauf mit starker Wurzelbrut reagiert und sich dadurch noch stärker verbreitet.
Fragen von Paolo Papa:
1. Wie schätzt der Kanton die Probleme ein, welche die Besiedlung der Mesolcina durch den Götterbaum für den Wald und seine Funktionen nach sich ziehen?
2. Will der Kanton diesen Problemen vorbeugend begegnen und wenn ja, mit welchen Maßnahmen?
3. Hat der Kanton Graubünden in dieser Frage die zuständigen Bundesbehörden kontaktiert und mit welcher Unterstützung kann von dieser Seite gerechnet werden?

