Vorwürfe anläßlich Schließung Papeterie Roth: Gemeide Thusis wehrt sich

Vorwürfe anläßlich Schließung Papeterie Roth: Gemeide Thusis wehrt sich

In einer Stellungnahme der Gemeinde Thusis wehrt sich diese zu öffentlich aufgeschalteten Vorwürfen zur Schließung der Papeterie Roth in Thusis. So schrieb Journalist Jano Felice Pajarola in der Südostschweiz dazu „Ist auch die Gemeinde schuld daran?“< Der Gemeinderat wehrt sich gegen diese Vorwürfe jedoch. Er bedauert die angekündigte Schließung der Papeterie Roth sehr, schreibt er. Ein traditionsreiches Fachgeschäft im Dorf zu verlieren, sei für die Gemeinde bedauerlich. Im Verlauf des Jahres 2025 sowie zuletzt in der vergangenen Woche fanden mehrere persönliche Gespräche sowie schriftliche Kontakte zwischen Vertretern der Gemeinde und der Papeterie Roth statt, so heißt es weiter. In sämtlichen Austauschen wurde seitens der Gemeinde klar zum Ausdruck gebracht, daß ein Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem regionalen Anbieter besteht. Der Erhalt lokaler Betriebe und einer lebendigen Dorfstruktur seien dem Gemeinderat ein wichtiges Anliegen.

Gesetzliche Vorgaben beim Beschaffungs- und. Vergabereglement erlauben keine überrissenen Preise

Gleichzeitig sei aber die Gemeinde verpflichtet, bei wiederkehrenden und volumenrelevanten Beschaffungen die gesetzlichen Vorgaben des Beschaffungs- und Vergabereglements einzuhalten und öffentliche Mittel wirtschaftlich einzusetzen. Preisunterschiede seien daher sachlich zu prüfen und zu berücksichtigen, so die Gemeinde Thusis weiter, die im Wortlaut sich zur Schließung der Papeterie Roth (und dem gerade erst kürzlich übernommenen Geschäft Spielwaren Brügger, was aber. nicht mehr wirklich existierte), wiefolgt äußert (kursiv):

Es wurde seitens der Gemeinde nie kommuniziert, dass künftig keine Bestellungen mehr bei der Papeterie Roth erfolgen würden. Festgehalten wurde vielmehr, dass jede Beschaffung im Zeitpunkt der Auslösung unter Berücksichtigung der gesetzlichen Grundlagen, der Wirtschaftlichkeit und der jeweiligen Angebote zu beurteilen ist. Ob und in welchem Umfang Bestellungen erfolgen, hängt somit von den konkreten Angeboten und deren Marktgerechtigkeit ab.

Auch im Jahr 2025 erfolgten weiterhin Bestellungen im fünfstelligen Bereich bei der Papeterie Roth, darunter die Grossbestellung für das Schuljahr 2025/26 sowie laufende Beschaffungen im täglichen Bedarf.

In ihrer eigenen Mitteilung zur Schliessung weist die Papeterie Roth darauf hin, dass der Betrieb seit mehreren Jahren mit wirtschaftlichen Herausforderungen und Defiziten konfrontiert war. In den Gesprächen wurde ebenfalls deutlich, dass die wirtschaftliche Situation des Betriebs von mehreren Faktoren geprägt ist und nicht isoliert auf einzelne Beschaffungsentscheide der Gemeinde zurückgeführt werden kann.

Vor diesem Hintergrund weist der Gemeinderat den Vorwurf zurück, die Gemeinde Thusis habe die Schliessung verursacht. Die Einhaltung der gesetzlichen Beschaffungsvorgaben und der verantwortungsvolle Umgang mit Steuergeldern entsprechen der gesetzlichen Pflicht und Verantwortung gegenüber der Bevölkerung.

Die Entscheidung zur Geschäftsaufgabe ist letztlich eine unternehmerische Entscheidung. Der Gemeinderat respektiert diese, sieht jedoch keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen der gesetzeskonformen Beschaffungspraxis der Gemeinde und der angekündigten Schliessung.

(pd, rm)
(Foto: Archiv)

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