Vortrag «Von Geld und Gewalt: Schweizer Söldner in der niederländischen Kolonialarmee, 1848–1914» von Philipp Krauer
Anlaß am Montag, 13. Oktober 2025 um 18:00 Uhr in der Kantonsbibliothek Graubünden:
Entgegen der weitverbreiteten Annahme dienten auch im späten 19. Jahrhundert noch zahlreiche Schweizer in fremden Armeen.
Zwischen 1848 und 1914 traten rund 5’800 von ihnen in die niederländische Kolonialarmee ein, um in Niederländisch-Ostindien (heute Indonesien) zu kämpfen.
Dort stellten sie zeitweise bis zu elf Prozent des europäischen Truppenkontingents und trugen damit wesentlich zur gewaltsamen Expansion des niederländischen Kolonialreiches bei.
Anhand ausgewählter Beispiele – wie etwa des Bündner Hauptmanns Hans Christoffel, der wegen seiner Brutalität bereits von Zeitgenossen scharf kritisiert wurde – zeigt der Historiker Philipp Krauer in seinem Vortrag, welche Motive diese Kolonialsöldner antrieben, wie sie vor Ort lebten und welche sozialen, finanziellen und kulturellen Spuren ihr Engagement in der Schweiz hinterließ.
Dr. Philipp Krauer ist Historiker und Oberassistent an der ETH Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Global- und Kolonialgeschichte sowie in der Wissensgeschichte. Derzeit untersucht er zu den kolonialen Verflechtungen der ETH im 19. und 20. Jahrhundert.
Eintritt frei. Anmeldung erforderlich: info@kbg.gr.ch / 081 257 28 28
(pd, rm)
(Foto: Kantonsbibliothek Chur)

