Vorstoß im Großen Rat: Präventions-Maßnahmen wegen Großraubtieren gefordert
BDP-Politiker und Großrat Gian Michael mit Verbindungen zum LBBZ Plantahof und Präsident der Schlacht- und Verarbeitungsgenossenschaft (Metzga Viamala) wohnt in Donath. Dort ist er zudem Gemeindepräsident.
Michael kämpft aktiv gegen ein Proporzwahlsystem, welches u. a. die SP und SVP einführen möchten (ein Wahlsystem, das sich bisher in der ganzen Schweiz durchgesetzt hat, weil es als gerechter gilt) Michael setzte sich zudem aktiv für planwirtschaftlich-bürokratische Maßnahmen wie das maßgeblich von seiner Partei bzw. BDP-Politiker Hansjörg Trachsel initierte Tourismusabgabegesetz (TAG) ein, das inzwischen vom Volk abgelehnt wurde.
Nun brachte Michael einen Vorstoß im Großen Rat ein in bezug auf Großraubtiere. Im Wortlaut:

In den letzten Jahren stellen wir eine massive Zunahme der Einwanderung von Großraubtieren, namentlich Bär, Wolf und Luchs fest. Während die Luchse keine Probleme verursachen, stellen Bär und Wolf die Nutztierhalter, die Gemeinden, die Behörden und die betroffene Bevölkerung vor große Probleme.
Durch die Bildung eines ersten Wolfsrudels am Calanda steht zum Beispiel die Landwirtschaft vor einer komplett neuen Herausforderung. Niemand weiß, wie sich das Rudel im kommenden Sommer verhalten wird. Fachleute gehen von der Möglichkeit aus, daß neben dem Kleinvieh auch Kälber und Mutterkühe vor Angriffen des Wolfes nicht verschont werden. Dasselbe gilt auch für das Verhalten des Bären nach dem Winterschlaf im Puschlav.
Welche Probleme auf die Landwirtschaft zukommen, haben die Erfahrungen im letzten Jahr im Puschlav zur genüge gezeigt. Die bisherige, traditionelle landwirtschaftliche Nutzung von Weiden und Alpen ist gefährdet oder nur noch mit einem großen personellen und finanziellen Aufwand möglich.
Trotz mehrjähriger Erfahrung ist die Wirksamkeit des Herdenschutzes derzeit infragegestellt. Risse an Nutztieren konnten nicht gänzlich verhindert werden. Vorfälle zwischen Herdenschutzhunden und Wanderern sind ein Hinweis auf Mängel in der Aufzucht und der Haltung von Herdenschutzhunden. Nur eine klare Strukturierung des Herdenschutzes im Kanton Graubünden kann weitere Rückschläge und Langzeitschäden abwenden. Der

Herdenschutz ist sinnvollerweise unabhängig vom „Konzept Wolf“ zu gestalten, damit die Landwirtschaft frühgenug mögliche Anpassungen zur Hand nehmen kann. Ohne ein umfassend geplantes, koordiniertes und konzentriertes Vorgehen verpuffen die bisher investierten Mittel aller Beteiligten wieder.
Auch für die Gemeinden haben die Großraubtiere finanzielle und logistische Folgen. Wurde in der Vergangenheit die Bevölkerung z.B. zur Kompostierung erzogen, ist der Komposthaufen in den betroffenen Gebieten nun eine Einladung zur Selbstbedienung für die Wildtiere. Daher ist das ganze Abfallkonzept auf dem ganzen Gemeindegebiet zu überdenken und anzupassen. Die Bevölkerung ist koordiniert präventiv über das Leben mit Großraubtiere zu informieren.
Zur Unterstützung der direkt Betroffenen ist die Einleitung diverser Vorbeugungsmassnahmen dringend notwendig. Parallel zu Verbesserungen beim Herdenschutz braucht es Präventionsmassnahmen bei der Landwirtschaft und in den Gemeinden. Der zusätzliche Aufwand muß von der öffentlichen Hand getragen werden!
Daher wird die Regierung beauftragt:
1. ein Konzept über den Herdenschutz im Kanton Graubünden zu erlassen, beinhaltend:
• Monitoring (Kontrolle und Begleitung der Betriebe mit Herdenschutzhunden)
• Nutztierrisse (Umgehende Analyse des Umfeldes und Prüfung von Präventionsmaßnahmen)
• Bißvorfälle (Unmittelbare Verbesserung der Sicherheit und Arbeitsqualität auf dem Betrieb)
• Herdenschutzhunde-Station (Kurzzeitpension für tierschutzgerechtes Umsetzen von Maßnahmen im Rahmen des Monitorings)

