«Verkehr ’45»: Regierung fordert stärkere Berücksichtigung der Bündner Verkehrsbedürfnisse

«Verkehr ’45»: Regierung fordert stärkere Berücksichtigung der Bündner Verkehrsbedürfnisse

Die Regierung fordert, wichtige Straßen- und Bahnprojekte in Graubünden bei der langfristigen Verkehrsplanung des Bundes stärker zu berücksichtigen. Insbesondere sollen die Nationalstraßenprojekte „Isla Bella“ im Domleschg, der unfallträchtigsten und gefährlichsten Autobahnstelle Graubündens und Umfahrung Bivio früher realisiert werden.

Die Regierung nimmt Stellung zu einer Vernehmlassungsvorlage des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) im Zusammenhang mit der verkehrsträgerübergreifenden Bewältigung der Mobilitätsbedürfnisse. Mit der Vorlage „Verkehr ’45“ will der Bundesrat die Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur langfristig planen und die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel gezielt einsetzen.

Die Bündner Regierung anerkennt den Handlungsbedarf und begrüßt grundsätzlich den Ansatz, Investitionen dort zu priorisieren, wo sie einen hohen Beitrag zur Leistungsfähigkeit, Versorgungssicherheit, Erreichbarkeit sowie zur Robustheit und Widerstandsfähigkeit des Verkehrssystems leisten. Sie fordert jedoch, die besonderen Voraussetzungen von Gebirgskantonen mit großen Distanzen, anspruchsvoller Topographie, starken saisonalen Verkehrsschwankungen und teilweise fehlenden Ausweichmöglichkeiten stärker zu berücksichtigen.

Nationalstraßenprojekte früher realisieren: Reichenau–Rothenbrunnen (Isla Bella) und N29 Umfahrung Bivio

Insbesondere fordert die Regierung eine höhere Priorisierung der Nationalstraßenprojekte N13 Reichenau–Rothenbrunnen (Isla Bella) und N29 Umfahrung Bivio. Die N13 über den San Bernardino ist eine zentrale Nord-Süd-Verbindung und erfüllt eine wichtige Funktion für die Versorgungssicherheit und die Erreichbarkeit Graubündens.

Die Julierstraße wiederum bildet die wichtigste ganzjährig befahrbare Straßenverbindung ins Oberengadin. Die Regierung fordert deshalb, Isla Bella in den Realisierungshorizont 2055 und die Umfahrung Bivio in den Realisierungshorizont 2045 vorzuziehen.

Ausbau der Eisenbahninfrastruktur

Bei der Eisenbahninfrastruktur setzt sich die Regierung dafür ein, die neue Linienführung Fideris–Küblis sowie die neue Kreuzungsstelle Li Foppi auf der Berninalinie weiter voranzutreiben.

Zudem soll die Projektierung für den durchgehenden Doppelspurausbau im Gebiet Tiefenwinkel am Walensee Bestandteil der Bahninfrastrukturplanung bleiben beziehungsweise wieder aufgenommen werden. Der dortige Einspurabschnitt bildet ein Nadelöhr auf der wichtigen Bahnverbindung zwischen Graubünden und dem Schweizer Mittelland.

Forderungen zum Agglomerationsverkehr

Beim Agglomerationsverkehr fordert die Regierung unter anderem, das Programm von den Beschlüssen zu den Großinfrastrukturen von Eisenbahn und Nationalstraße zu trennen sowie das „Einbahnregime Welschdörfli“ in geeigneter Weise in ein Paket mit pauschal finanzierten Maßnahmen aufzunehmen.

(Graphik: UVEK)

(pd, rm)

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