SVP Graubünden lehnt Entwurf des Lehrplan 21 ab
Die Partei schreibt aktuell in einer Mitteilung, daß sie grundsätzlich für die Aufgabe des Föderalismus im Schulwesen ist, aber der kantonalen Schulhoheit hierbei möglichst große Autonomie zugestehen möchte. Sie lehnt die vorgesehene „Harmonisierung“ des sog. Lehrplans 21 ab und schreibt dazu:
„Artikel 62 der Bundesverfassung verlangt, daß die Ziele der Schulen in den Kantonen harmonisiert werden. Trotz dieser klaren Verfassungsbestimmung verfügt bisher jeder Kanton über einen eigenen Lehrplan. Mit dem Lehrplan 21 soll nun die in der Bundesverfassung verlangte Harmonisierung in 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantonen umgesetzt werden.
Die SVP Graubünden unterstützt eine dahingehende Harmonisierung, um den Leistungsvergleich zwischen den Kantonen zu optimieren und einen allfälligen Kantonswechsel zu vereinfachen. Der vorliegende Entwurf ist nach Ansicht der SVP Graubünden hingegen viel zu umfangreich, weshalb sie diesen ablehnt. Die SVP Graubünden verlangt im Gegenzug einen auf Einfachheit, Verständlichkeit und pädagogischen Praxisbezug ausgerichteten Lehrplan 21.
Aus Sicht der SVP Graubünden hat der Lehrplan 21 zwingend die föderalistische Tradition der Schweiz zu respektieren. Er ist auf klare Ziele auszurichten, die der kantonalen Schulhoheit möglichst große Autonomie in der konkreten Ausgestaltung und Zielerreichung gewährt. Der Lehrplan soll sich auf die wesentlichen Kernfächer und nicht auf eine unübersichtliche Kompetenzensystematik stützen. Nach dem Motto „weniger ist mehr“ ist mehr Zeit zum Üben und Verinnerlichen des behandelten Stoffes einzuberechnen, damit garantiert ist, daß die Schulabgänger die lebens- und berufstauglichen Grundlagen wie Lesen, Schreiben und Rechnen tatsächlich beherrschen.
Die SVP Graubünden fordert weiter, daß die im Entwurf geforderte Förderung des in weiten Kreisen äusserst umstrittenen „integrativen Schulmodells“ sowie die im Lehrplan vorgesehene Vorantreibung der „Verschulung des Kindergartens als Teil der Volksschule“ aus dem Lehrplan 21 gestrichen wird. Weiter lehnt die SVP Graubünden auch das propagierte „pädagogische Modell“ ab, mit welchem die Schüler zu undefinierten „Bereitschaften, Haltungen und Einstellungen“ angeleitet werden sollen. Sie ist klar der Meinung, daß die erzieherische Hauptverantwortung weiterhin vollumfänglich bei den Eltern liegen muß.
Die Schule soll und darf nicht vereinheitlichend auf die soziale und individuelle Werterhaltung einwirken, vielmehr soll sie sich auf die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten konzentrieren. Moralische und kulturelle identitätsbezogene Beeinflussung hat sie grundsätzlich zu unterlassen. Im Lehrplan 21 ist aber auch festzuschreiben, daß die freiheitlich-demokratische Gesellschaft und deren christlich-abendländische Grundlagen nicht vernachlässigt werden.
Zudem muß der kulturelle und historische Kontext der Schweiz in den Fächern Geschichte, Geographie und Religion, wie auch in der Musik und im Sport deutlich mehr Raum einnehmen.
Aufgrund dieser Feststellungen und Überlegungen lehnt die SVP Graubünden den vorliegenden Entwurf zum Lehrplan 21 klar ab.“

