Mehr als 14 mal um die Welt: Graubünden ist Weltmeister!
Möglichst viele Schritte sammeln, mindestens 10 000 täglich – und das während einem Monat. Ende Juni ging die neunwöchige Kampagne des Gesundheitsamtes Graubünden zu Ende. Fazit: die Bündner Bevölkerung hat mit fast einer Milliarde Schritten mehr als 14 mal die Welt umrundet und bewiesen, daß sie Bewegungs-Weltmeister ist.

Graubünden geht noch vor Ende der Fußball-WM nicht nur einen, sondern genau 912 557 548 Schritte weiter – und sichert sich damit den Weltmeister-Titel im Schrittesammeln. Dabei zeigte sich, daß die Frauen bewegungsfreundlicher sind als die Männer: Zweidrittel der Teilnehmenden waren Frauen. Das Durchschnittsalter betrug 37 Jahre. Zweidrittel kamen aus dem Bündner Rheintal, der Rest verteilte sich gleichmäßig auf ganz Graubünden.
Emotionaler Wettbewerb
Die Verwendung des Begriffes „Weltmeisterschaft“ der Kampagne war eine bewußte kommunikative Anlehnung an die Fußball-WM – aber nicht mehr. So konnten die 2 850 User mit der eigens entwickelten „Bisch fit“-Äpp Pokale sammeln – wer an 4×5 Tagen durchschnittlich 10 000 Schritte, also 50 000 wöchentlich und 200 000 Schritte nach einem Monat schaffte, bekam den persönlichen WM-Pokal.
1 672 Teilnehmer (Äpp-Nutzer und Antwortkarten-Einsender) haben diese Bedingungen erfüllt und können sich nun individuell auch als Weltmeister fühlen. „Weltmeister werden“ war also nicht ein internationaler Rekordanspruch, sondern ein emotionaler Wettbewerb von Graubünden mit sich selber: statt nur passiv die Fußball-WM zu schauen, machte sich Graubünden sozusagen die eigene Weltmeisterschaft: diejenige im Schritte sammeln.
Unterstützung beim Schrittesammeln erhielt Graubünden auch von seinen Jüngsten: die bewegten Schul- oder Kindergartenklassen sammelten ihrerseits auf kreative Weise möglichst viel Bewegungszeit.
19 000 Schrittzähler
Graubünden sammelte vom 28. April bis zum 29. Juni 2014 möglichst viele Schritte. Dabei half ein Schrittzähler, der zum symbolischen Preis von fünf Franken in jeder Filiale der Graubündner Kantonalbank (GKB) erstanden werden konnte.
Innerhalb von zwei Wochen waren die 19 000 Schrittzähler ausverkauft. Der Schrittzähler hat sich in Graubünden schnell zum unverzichtbaren Bewegungs-Symbol gemausert.
Damit wurden die Erwartungen bei weitem übertroffen. Der Kanton Luzern mit doppelt so vielen Einwohnern wie Graubünden hatte während zwei Kampagnen 30 000 Schrittzähler an seine Bevölkerung verteilt.
Äpp bleibt aktiv
Schritte konnten aber nicht nur mit dem Schrittzähler gesammelt werden: die Gratis-Äpp „Bisch fit“ rechnete Alltagsbewegungen wie Haushaltsarbeiten genauso in Schritte um, wie den Aufenthalt im Fitneßstudio. Wegen der großen Nachfrage hat sich das Gesundheitsamt dazu entschlossen, die Äpp weiter aktiv zu schalten. Dabei wird es noch persönlicher: das Kampagnenziel wird durch ein Wochenziel von 50 000 Schritten ersetzt und der Vergleich mit den Freunden ist weiterhin möglich.
Das Sammeln von Pokalen entfällt bis zur nächsten Kampagne und wird durch eine überraschende Neuheit ersetzt. Die Anpassungen werden durch zwei Aktualisierungs der Äpp vorgenommen. Das erste Aktualisierung folgt bereits in wenigen Tagen.
Graubünden bewegt
Die Bevölkerung wird immer älter, die Gesundheitskosten steigen. Es gibt aber Potential, diese Kosten einzudämmen:
Die Risiken für nicht-infektiöse und übertragbare Krankheiten (sogenannte NCD) können durch gesundes Verhalten erheblich gesenkt werden.
Dazu gehört regelmäßige Bewegung. Aus diesem Grund engagiert sich der Kanton Graubünden mit „Graubünden bewegt“ – seiner Strategie der Gesundheitsförderung. Neben der Kampagne „Graubünden wird Weltmeister!“ setzt sich die Abteilung Gesundheitsförderung und Prävention des Gesundheitsamtes Graubünden auch für bewegungsfreundliche Schulen, Bewegungsräume in Gemeinden sowie die Gesundheitsförderung für ältere Menschen ein. Projektpartner von „Graubünden wird Weltmeister“ waren die Graubündner Kantonalbank (GKB) sowie Gesundheitsförderung Schweiz. Als Unternehmen mit ihren Mitarbeitern dabei waren das Kantonsspital Graubünden, die GKB, Somedia sowie die Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR) und die ÖKK. Weitere Informationen unter www.graubuenden-bewegt.ch.

