Leserbrief von aSR Christoffel Brändli zur Familienintiative

„Man müsse die Familieninitiative ablehnen, weil davon nur reiche Leute profitieren“. Wer so argumentiert, hat sich noch nie eingehend mit der heutigen Situation auseinandergesetzt.
Heute erhalten Familien, die – während Vater und Mutter weiterhin ihrem Beruf nachgehen – ihre Kinder tagsüber in eine „staatliche Krippe“ bringen, einen erheblichen Sozialbeitrag in Form eines Steuerabzuges.
Frauen, die zum Beispiel zwei Tage temporär arbeiten und sich sonst der Kindererziehung widmen, gehen leer aus, wenn an beiden Arbeitstagen Großeltern oder Bekannte die Betreuung der Kinder wahrnehmen.
Eine staatliche Förderung erhalten hingegen auch Familien, die ihre Kinder in eine Krippe schicken, damit die Eltern ihren Freizeitaktivitäten nachgehen können.
Eine Frau, die ganz auf ihr Einkommen verzichtet, um sich um die Kinder zu kümmern, hat demgegenüber das Nachsehen.
Fazit: Krippenkinder werden eindeutig bevorzugt behandelt. Die Familieninitiative will diese Ungerechtigkeit beseitigen. Sie schreibt niemandem vor, welches Familienmodell er wählen soll. Sie scheibt aber vor, daß in Bezug auf die Förderung alle Modelle gleich behandelt werden müssen.
Es geht bei dieser Vorlage nicht um Parteipolitik. Vielmehr um unsere Familienförderung. Erfreulicherweise empfehlen deshalb bereits viele Persönlichkeiten aus allen Parteien den Stimmberechtigten ein Ja zu dieser Gerechtigkeitsinitiative in die Urne zu werfen. Und das ist gut so!
Christoffel Brändli, altStänderat, Landquart

