Gemeindevorstand Pontresina: Weichen für Wohnungsbau und Wärmeverbund gestellt

Gemeindevorstand Pontresina: Weichen für Wohnungsbau und Wärmeverbund gestellt

An seiner Sitzung vom Mitte September hat der Gemeindevorstand mehrere wichtige Geschäfte für die weitere Entwicklung der Gemeinde behandelt. Im Zentrum standen das Budget 2027, das Wohnungsbauprojekt der «Fundaziun da Puntraschigna» sowie die geplante Nutzung der Wasserkraft für einen Wärmeverbund.

Das Budget 2027 wurde in einer ersten Lesung gemeinsam mit den Verantwortlichen der verschiedenen Kostenstellen analysiert. Nach weiteren Bereinigungen ist die zweite Lesung für den 6. Oktober vorgesehen.

Beim Pilotprojekt 2401, Wohnungsbau, hat der Gemeindevorstand die Anträge der «Fundaziun da Puntraschigna» grundsätzlich positiv beurteilt. Drei Geschäfte – die Anpassung der Stiftungsurkunde, des Baurechtsvertrags sowie ein Investitionsbeitrag der Gemeinde – werden der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember 2026 zur Genehmigung vorgelegt. Die entsprechende Botschaft soll am 20. Oktober verabschiedet werden.

Auch die weiteren Anträge wurden gutgeheißen. Die acht für die geplante Wohnüberbauung auf Parzelle 2401 erforderlichen Pflichtparkplätze können im Parkhaus Rondo nachgewiesen werden. Zudem stellt der Gemeindevorstand einen Baukredit von bis zu drei Millionen Franken für die Zwischenfinanzierung der Bauphase in Aussicht. Dieser ist an verschiedene Bedingungen geknüpft, unter anderem an die ausreichende Liquidität der Gemeinde, eine Bankgarantie für die spätere Ablösung des Kredits und eine grundpfandrechtliche Sicherung.

Wärme aus dem Kraftwerk Roseg
Einen weiteren Schritt macht die Gemeinde beim geplanten Wärmeverbund Roseg. Geprüft wird, ob das Wasser aus der Druckleitung des Kraftwerks Roseg als Wärmequelle für einen zentralen Wärmeverbund genutzt werden kann. Dafür muss die Ortsplanung angepasst werden. Der Gemeindevorstand hat die entsprechende Teilrevision des Generellen Erschliessungsplans sowie den Planungs- und Mitwirkungsbericht zur Vorprüfung durch das kantonale Amt für Raumentwicklung (ARE) verabschiedet.

Vorgesehen sind unter anderem der Standort der Fernwärmeerzeugungsanlage auf Parzelle 1507 und die schematische Festlegung der Fernwärmeleitungen. Gleichzeitig sollen die im Erschliessungsplan eingetragenen Langlaufloipen an die tatsächlichen Pistenverläufe angepasst werden.

Neue Zuständigkeit bei Baugesuchen
Eine organisatorische Änderung betrifft die Baubehörde: Nach der Genehmigung der Teilrevision des Baugesetzes durch die Regierung ist neu die Baukommission und nicht mehr der Gemeindevorstand für die Baubewilligungsverfahren zuständig. Die Baukommission entscheidet damit abschliessend über Baugesuche und behandelt auch allfällige Einsprachen. Sie tagt grundsätzlich alle drei Wochen.

Um die Bevölkerung weiterhin umfassend zu informieren, werden künftig auch die Traktandenlisten der Baukommission öffentlich ausgehängt. Die Beschlüsse werden zusammen mit den Berichten des Gemeindevorstands kommuniziert.

An den letzten Sitzungen vom 26. August und 16. September wurden mehrere Bauvorhaben bewilligt, darunter der Ausbau des Güterschuppens der Rhätischen Bahn, Fluchttreppen beim Hotel Engadinerhof, ein Einfamilienhaus an der Via da Surovas sowie ein Ersatzneubau mit sechs Wohnungen an der Via Mengiots. Abgelehnt wurde hingegen der geplante Garagenanbau bei der Chesa Andrea an der Giassa Stipa.

Weiter genehmigte der Gemeindevorstand einen Landabtausch zwischen den Parzellen 1815 und 1818 im Zusammenhang mit der Inszenierung der Ova-da-Bernina-Schlucht unter der Punt Ota. Zusätzlich wurde eine Dienstbarkeit für die neu erstellte Regenwasserleitung geregelt.

(pd, ki, rm)

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