Erneut mehr Einwohner in Graubünden

Erneut mehr Einwohner in Graubünden
Ständige Wohnbevölkerung am 31.12.2012 nach Regionen
Ständige Wohnbevölkerung am 31.12.2012 nach Regionen

Wachstum einzig dank mehr ausländischer Bevölkerung
Die ständige Bevölkerung Graubündens ist im letzten Jahr um 0,3 Prozent auf 193 920 Einwohner gewachsen. Die Wachstumsrate ist damit etwas weniger hoch als in den Vorjahren. Mit Ausnahme der beiden Appenzeller Halbkantone ist die Bevölkerung in sämtlichen Kantonen stärker gewachsen als in Graubünden; gesamtschweizerisch resultiert ein Wachstum von 1,1 Prozent und so per Ende 2012 zum ersten Mal eine ständige Wohnbevölkerung von über 8 Millionen Einwohnern.

In Graubünden ging die Schweizer Wohnbevölkerung um 114 Personen auf 160 390 Einwohner zurück, während die ausländische Bevölkerung um 2 Prozent auf 33 530 Personen anstieg. Der Ausländeranteil beträgt neu 17,3 Prozent. Innerhalb des Kantons werden die mit Abstand höchsten Ausländeranteile im Oberengadin (32,4 Prozent) sowie in Davos (25,5 Prozent) verzeichnet, die tiefsten Anteile mit Werten jeweils unter 10 Prozent im Val Müstair, im Calanca sowie im Puschlav.

In Graubünden wohnen Menschen aus rund 130 verschiedenen Nationen. Die größten Anteile an der ausländischen Bevölkerung halten weiterhin die Portugiesen mit 25,8 Prozent, gefolgt von den deutschen (23,1 Prozent) sowie den italienischen Staatsbürgern (17,0 Prozent).

Unterschiedliche regionale Bevölkerungsentwicklung
Innerhalb des Kantons haben 2012 die Regionen Mesolcina (+2,0 Prozent) und Viamala (+1,8 Prozent) am meisten Bevölkerung dazugewonnen. Den größten Bevölkerungsverlust musste die Surselva hinnehmen (-1,0 Prozent).

Über die letzten zehn Jahre betrachtet, ist die ständige Wohnbevölkerung Graubündens insgesamt um 4,4 Prozent gewachsen (Schweiz: 9,9 Prozent). Im kantonalen Vergleich hohe Wachstumsraten konnten in diesem Zeitraum in den beiden Regionen Herrschaft/Fünf Dörfer und Nordbünden, im Ober- und Unterengadin sowie auch in der Viamala und der Mesolcina verzeichnet werden. Andererseits weist die Hälfte aller Regionen heute weniger Bevölkerung aus als vor zehn Jahren.

Die unterschiedliche Bevölkerungsdynamik hat auch unmittelbar Auswirkungen auf die Altersstruktur – in Regionen mit stagnierenden oder sinkenden Einwohnerzahlen schreitet die Alterung teils deutlich schneller voran als im Mittel. Die gesamte Bevölkerung Graubündens ist durchschnittlich etwas älter als in der Schweiz.

Weniger Geburten, Rekordzahl an Todesfällen
2012 wurden in Graubünden 1645 Lebendgeburten verzeichnet, ganze 79 weniger als im Vorjahr. Bei über 40 Prozent der Bündner Lebendgeburten waren die Frauen zwischen 30 und 34 Jahre alt. Dagegen bringen die Frauen unter 30 Jahren auch in Graubünden immer weniger Kinder zur Welt, während die etwas älteren Frauen tendenziell immer mehr Kinder gebären: bei 28 Prozent der neugeborenen Kinder war die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt über 35 Jahre alt.

Da im letzten Jahr die Rekordzahl von 1703 Todesfällen registriert wurde, gehört Graubünden zu den nur fünf Kantonen, für die ein negativer Geburtensaldo (Anzahl Lebendgeburten abzüglich Anzahl Todesfälle) resultiert. Vor allem in den höchsten Alterssegmenten steigt die Anzahl Todesfälle deutlich an – rund ein Viertel aller Bündner Verstorbenen wurde älter als 90 Jahre.

Weiter wurden 2012 in Graubünden 944 Ehen geschlossen, 74 weniger als im Vorjahr. Die Anzahl Scheidungen blieb mit 354 stabil. Bei Ehen, die länger als 20 Jahre dauern, kann auch in Graubünden ein zunehmendes Scheidungsrisiko beobachtet werden; bereits 40 Prozent aller geschiedenen Ehen gehören zu dieser Kategorie, dies ist deutlich mehr als im nationalen Mittel (28 Prozent).

Rhat24

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