Aufarbeitung mutmaßlicher Brandanschlag Alexanderstraße 38 im 1989
Eine Bündner Journalistin und Republik-Autorin, die mit einem Bündner SP-Politiker liiert war, verfaßte eine Recherche mit einer anderen Journalistin, die links orientiert ist, die SP-Fraktion forderte eine Aufarbeitung und eine Gedenktafel. Ob es wirklich ein Brandanschlag war, ist bis heute ungeklärt, ein Tagesanzeiger-Beitrag, den Barbara Achermann und Anja Conzett verfaßt haben, legt dies nahe. Wie aber auch bereits ein Bericht der Rundschau des SRF vor rund einem Vierteljahrhundert.
Der Tagesanzeiger-Artikel, erscheint in großen Teilen eine Abschrift – oder sagen wir Wiedergabe – dieses Rundschaubeitrags aus dem Jahr 1992 zu sein, ergänzt mit Befragungen von heute noch lebenden Zeugen dieses tragischen Geschehens, den Angehörigen und eigenen Kommentaren und Einschätzungen.
Die Stadt Chur spricht nun von einem „erschütternden Kapitel“ der Stadtgeschichte. Pierina Hassler schreibt in der Südostschweiz von später Gerechtigkeit.
Ermittelte die Polizei damals nicht richtig? War es ein rassistisch motivierter Brandanschlag? Im Wortlaut schreibt die Stadt Chur folgendes:
Der Brandanschlag von 1989 an der Alexanderstraße, bei dem vier Menschen aus Sri Lanka – darunter zwei Kinder – ums Leben kamen, stellt ein erschütterndes Kapitel der Stadtgeschichte dar. Der Verdacht auf einen rechtsextremen Hintergrund und die ungenügende behördliche Aufarbeitung sind ein politisches und moralisches Versagen, das nicht länger ignoriert werden darf. In einer Zeit, in der rassistische und rechtsextreme Tendenzen in Europa und der Schweiz wieder zunehmen, sieht sich der Stadtrat in der Pflicht, klare Zeichen zu setzen.
Die Stadt Chur muß sich ihrer historischen Verantwortung stellen – nicht mit symbolischer Zurückhaltung, sondern mit Entschlossenheit und Haltung. Die Errichtung einer Gedenktafel am Ort des Geschehens ist ein erster, überfälliger Schritt, um die Opfer sichtbar zu ehren und öffentlich ein Zeichen gegen Rassismus, Ausgrenzung und das kollektive Vergessen zu setzen.
Stadt Chur erinnert an die Opfer des Brandanschlags von 1989
Am Donnerstag, 2. Juli 2026, 37 Jahre nach dem Ereignis hat die Stadt Chur am Ort des Geschehens eine Gedenktafel eingeweiht und eine bislang namenlose Gasse in unmittelbarer Nähe zum Tatort als Naanku Vilakkukal Viethi – Vier-Lichter-Weg benannt. Die Bezeichnung verweist auf die vier Opfer und gibt der Erinnerung einen festen Ort im öffentlichen Raum.
Die Gedenkfeier begann mit einer Schweigeminute. Anschliessend führte der Hindupriester Sasikumar eine religiöse Einweihungszeremonie durch. Dabei wurden Blumen niedergelegt, die neu benannte Strasse mit einer Blumengirlande eingeweiht und die Gedenktafel mit heiligem Wasser benetzt, geschmückt und durch das Entzünden einer Öllampe geweiht. Die Zeremonie wurde von einem tamilisch-hinduistischen Gebet und einer Muschelhorn-Zeremonie begleitet.
Stadtpräsident Hans Martin Meuli hielt in seiner Ansprache fest, dass der Brandanschlag von 1989 ein erschütterndes Kapitel der Churer Stadtgeschichte darstellt. Der Verdacht auf ein rassistisches beziehungsweise rechtsextremes Tatmotiv sei damals nicht konsequent genug verfolgt worden. Dadurch seien Fragen offengeblieben. Für die Angehörigen und die betroffene Gemeinschaft habe dies zusätzliches Leid bedeutet.
«Die Stadt kann das Geschehene nicht rückgängig machen. Sie kann die verlorenen Menschenleben nicht zurückbringen. Aber sie kann und muss heute klar benennen, was damals zu wenig klar benannt wurde», sagte Stadtpräsident Hans Martin Meuli. Das damalige behördliche Handeln habe der Verantwortung gegenüber den Opfern, den Angehörigen und der tamilischen Gemeinschaft nicht genügt. Die Stadt anerkenne diese Verantwortung.
Mit der Gedenktafel und der Strassenbenennung soll das Geschehene im öffentlichen Bewusstsein der Stadt verankert bleiben. Der Stadtrat versteht die Einweihung nicht als Abschluss, sondern als notwendigen Schritt der Erinnerung. Der Ort soll künftig an die Opfer erinnern und zugleich mahnen, Rassismus, Ausgrenzung und rechtsextreme Gewalt nicht zu verharmlosen.
Die Stadt Chur dankt den Angehörigen, der tamilischen Gemeinschaft, Hindupriester Sasikumar sowie allen Beteiligten, die zur Vorbereitung und Durchführung der Gedenkfeier beigetragen haben.
Weiterführendes
01_Auftrag_SP-Fraktion_und_Mitunterzeichnende_betr._Aufarbeitungsstrategie_Brandanschlag_Chur_1989
https://www.chur.ch/historischeaufarbeitung/91829
(pd, rm)
(Bildschirmfotoausriß: Tagi)

