Anstieg bei Sozialhilfebezügern mit Asylhintergrund

Anstieg bei Sozialhilfebezügern mit Asylhintergrund

Ingesamt ist der Anteil der Sozialhilfebezüger in Graubünden sehr tief. Allerdings nicht überall.

Flüchtlinge mit Asyl werden in den ersten fünf Jahren ab Einreichung des Asylgesuches durch den Bund finanziell unterstützt. Bei den vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen und vorläufig aufgenommenen Personen dauert die Unterstützung durch den Bund sieben Jahre ab Einreise.

Danach jedoch befinden sie sich in der finanziellen Zuständigkeit des Kantons und werden in der Statistik der wirtschaftlichen Sozialhilfe ausgewiesen.

2015 nahmen die Asylgesuche in der Schweiz aufgrund der anhaltenden Konflikte in Syrien, in Afghanistan und im Irak sprunghaft zu.

Dieser Anstieg zeige sich zeitverzögert auch in der Sozialhilfe.

Die Anzahl Sozialhilfebeziehender mit Asylhintergrund ist im Jahr 2022 gegenüber der Vorjahresperiode um 17 Personen auf 559 gestiegen.

Damit erhöht sich auch der Anteil der Sozialhilfebeziehenden mit Asylhintergrund gemessen am Total der Sozialhilfebeziehenden von 21,4 Prozent (2021) auf 24,0 Prozent (2022).

Vor dem Hintergrund dieser Verschiebungen stellt sich die Frage nach den längerfristigen Ablösungsprozessen aus der Sozialhilfe von Personen aus dem Asylbereich. Längsschnittanalysen zeigen, daß bei den Asylsuchenden, welche im Jahr 2016 in die Schweiz eingereist sind und dem Kanton Graubünden zugeteilt wurden, der Anteil Sozialhilfebezüger im Jahr nach der Einreise bei rund 92,4 Prozent lag.

Im Jahr 2022 beziehen noch 54,2 Prozent dieser Personengruppe Sozialhilfe. Im Vergleich zur Gesamtschweiz ist dies ein tiefer Wert, der entsprechende Anteil für die Gesamtschweiz beträgt 2022 69,5 Prozent.

Werden aus derselben Personengruppe (auch Kohorte genannt), nur Sozialhilfebezüger im erwerbsfähigen Alter (15–64-Jährige) betrachtet, wird sichtbar, daß der Anteil an Erwerbstätigen über die Jahre zunimmt. 2016 lag er bei 5,3 Prozent und sechs Jahre später im Jahr 2022 liegt er in derselben Gruppe bei 50,0 Prozent.

(pd)

Admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert