Agglomerationsprogramm Chur: Meilenstein erreicht – Einbezug der Bevölkerung erst im Januar 2025
Die Bündner Regierung hat die Leistungsvereinbarung zwischen Bund und Kanton genehmigt.
Der Prüfprozeß des Bundes zum Agglomerationsprogramm Chur der 4. Generation ist damit abgeschlossen und die Umsetzung der Maßnahmen kann beginnen.
Gleichzeitig laufen bereits die Vorbereitungen für ein nachfolgendes Programm der 5. Generation.
Der Bund beteiligt sich an der Finanzierung von Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in Städten und Agglomerationen.
Voraussetzung dafür ist, daß ein Agglomerationsprogramm die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung sowie die Landschaftsplanung wirkungsvoll aufeinander abstimmt. Deshalb fokussiert sich auch das Agglomerationsprogramm Chur auf diese Bereiche.
Der Perimeter umfaßt die Regionen Imboden, Plessur und Landquart.
ÖV, Ortsdurchfahrten und Velowegnetz im Fokus
Die Maßnahmen des Agglomerationsprogramms Chur der 4. Generation sind thematisch breit gefächert und über die ganze Agglomeration verteilt: Ein Schwerpunkt liegt auf ÖV-Haltestellen, die künftig eine hohe Aufenthaltsqualität bieten und einen effizienten Umstieg gewährleisten sollen.
Desweiteren soll der Verkehr in einigen Ortsdurchfahrten siedlungsverträglicher gestaltet werden.
Dazu sind Dosierungs- und Lenkungsmaßnahmen vorgesehen, um den Verkehr effizienter und flüssiger zu machen und Staus zu reduzieren.

Velowege von Rhäzüns bis Maienfeld
Eine weitere Maßnahme ist die Verbesserung des Velowegnetzes, beispielsweise durch eine verbindende Route von Rhäzüns bis Maienfeld.
Mit der nun genehmigten Leistungsvereinbarung zwischen Bund und Kanton wurden die Voraussetzungen für die Auszahlung von Bundesbeiträgen von rund 38,5 Millionen Franken geschaffen.
Der Beitragssatz des Bundes beim Agglomerationsprogramm Chur der 4. Generation liegt somit bei 30 Prozent. Viele der Maßnahmen werden durch die Gemeinden umgesetzt.
Da die gesprochenen Bundesgelder nur bis Ende März 2029 beansprucht werden können, haben die Finanzplanung und Projektierung auf kommunaler Ebene bereits begonnen.
Nächstes Agglomerationsprogramm der 5. Generation in Vorbereitung
Die Auswirkungen des hohen Verkehrsaufkommens und die rege Bautätigkeit bleiben auch in Zukunft anspruchsvoll. Die im Agglo-Perimeter liegenden Regionen und Gemeinden sowie der Kanton haben sich darum für die Erarbeitung eines Agglomerationsprogramms der 5. Generation entschieden.
Das Programm wird nicht ganz neu verfaßt, vielmehr wird an den bestehenden Themen weitergearbeitet. So werden die Optimierung der Bahnhöfe und die siedlungsverträgliche Gestaltung von Strassen weiter vorangetrieben.
Punktuell sind neue Ansätze vorgesehen, wie zum Beispiel Maßnahmen für den Fußverkehr und die stärkere Berücksichtigung von Freiräumen und Grünzonen in den Siedlungen.
Einbezug der Bevölkerung
Die Arbeiten zum Agglomerationsprogramm der 5. Generation haben im Juni 2023 begonnen, eine Vernehmlassung bei den Gemeinden ist im September 2024 vorgesehen, der Einbezug der Bevölkerung ist im Januar 2025 geplant.
Die Eingabe beim Bund muß bis am 30. Juni 2025 erfolgen.
(pd, rm)
(Fotos: „OVA – Office for Visualization in Architecture“)

