Petition „Bildungswahl für alle statt für wenige“: Bündner Regierung gegen freie Schulwahl

Petition „Bildungswahl für alle statt für wenige“: Bündner Regierung gegen freie Schulwahl

Mit der Petition „Bildungswahl für alle statt für wenige“ wird gefordert, daß die Erklärung der Menschenrechte Art. 26 Abs. 3 umgesetzt wird:

„Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteil werden soll.“
Menschenrechte sind Rechte, die unabhängig von den finanziellen Verhältnissen, in Anspruch genommen werden können.

Diese Petition wurde durch die erst 2019 gegründete Sektion „Elternlobby Graubünden“ mit über 400 Unterschriften eingereicht beim Kanton.

Gemäß Schulgesetz haben alle Kinder im Kanton das Recht, die öffentliche Volksschule zu besuchen.

Jedes Kind besucht die Schule jener Gemeinde, in der es wohnt.

Dieses Prinzip sorgt in allen Regionen für ein erreichbares, öffentliches Volksschulangebot und ist auch für den Erhalt und die Förderung der Kantonssprachen ein zentrales Element.

Die Bündner Volksschule hat drei verschiedene Lehrpläne für Sprachregionen, welche insgesamt sieben Schulsprachen abdecken.

Bündner Regierung gegen freie Schulwahl für Eltern

Die Bündner Regierung nimmt wiefolgt Stellung zur Petition „Bildungswahl für alle statt für wenige“:

„Bei der freien Schulwahl könnten Erziehungsberechtigte in einem Sprachgebiet wohnen, ihre Kinder jedoch in einem anderen Sprachgebiet beschulen lassen.

Eine Gefährdung der Idiome und eine Schwächung der Mehrsprachigkeit wäre die Folge, insbesondere in Sprachgrenzgebieten.

Die Unsicherheit der Schülerentwicklung und die Umtriebe würden durch die freie Bildungswahl zu einer organisatorischen Überforderung und zur Schwächung der Strukturen führen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, daß die öffentliche Volksschule des Kantons Graubünden zentrale Leistungen erbringt, welche zu würdigen sind. Gesamthaft überwiegen die Risiken beziehungsweise Nachteile der Forderungen gemäß Petition. Diese stellt Schlüsselwerte der Volksschule sowie der Bündner Kultur in Frage und hat zusätzliche Kosten zur Folge, ohne einen entscheidenden Mehrwert zu generieren.“

Quelle Bild: Elternlobby Graubünden (Überreichung der Petition «Bildungswahl für alle statt für wenige» beim Erziehungs- Kultur- und Umweltschutzdepartement)

 

Admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert