Pro Natura im Kampf gegen die Natur: Gegen mehr Wald

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Man sollte meinen, daß eine Organisation, die “Pro natura” heißt, sich pro Natur einsetzt und nicht gegen die freie Entfaltung der Natur kämpft.

Doch genau dies geschieht aktuell wieder.

Pro Natura bekämpft diesen Sommer abermals die Bildung von mehr Wald. Im “großen Stil” wird gegen Verbuschung, die Vorstufe der Verwaldung, vorgegangen, so heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Umweltorganisation.

Trockenweiden sollen somit gebildet werden und Land von der Natur zurückerobert werden.

Die Naturschutzorganisation Pro natura beklagt hierzu auf ihrer Webseite:

“In der Schweiz sind im letzten Jahrhundert über 95 % aller Trockenwiesen und -weiden verschwunden.” Und: ” Vor allem im Berggebiet wurde die Nutzung von Wiesen und Weiden aufgegeben, weil das regelmäßige Mähen und Beweiden nicht mehr rentierte.”

“Seit 1900 verschwinden im Schweizer Berggebiet Hunderte von Hektaren der kargen, aber sehr artenreichen Trockenwiesen und –weiden. Die steilen Flächen werden oft nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Sie wachsen mit Büschen und Bäumen zu”, klagt Pro natura weiter.

Die staatliche deutsche Bundespost machte Staatspropaganda und gab eine alarmierende Panikmache-Briefmarke zum Waldsterben heraus.

Die staatliche deutsche Bundespost machte Staatspropaganda und gab eine alarmierende Panikmache-Briefmarke zum Waldsterben heraus.

Jeder, der selbst schon einmal eine Wiese oder Bergwiese bewirtschaftet hat, weiß, wie schnell es zu Vergandung (Brombeeren, Büsche und Sträucher sowie Jungpflanzen von Tannen oder Bäumen bilden sind) und im Anschluß zur Verwaldung kommt.

Das ist keine Frage.

Natürlich hat Pro natura mit ihrer Feststellung, daß es seit 1900 Verwaldung gibt, recht.

Es werfen sich nur einige Fragen auf:

1.: Ist der Kampf gegen mehr Wald (Verwaldung) überhaupt sinnvoll? Ist es richtig, daß die gleichen Organisationen, die mehr Wald in den 80er- und 90er-Jahren forderten (ja sogar vor Waldsterben (!) warnten), nun den Wald bekämpfen?

2.: Warum ist das, von dem “Pro natura” nun schreibt, daß “seit 1900″ es Verwaldung gibt, den grünen Leitern dieser Organisation nicht in den 80er- und 90er-Jahren aufgefallen als Spendengelder gesammelt wurden gegen Waldsterben?

3.: Wieso soll der künstliche, menschliche Eingriff in die Natur nun plötzlich gut sein? Unter dem Etikett der Artenvielfalt / Biodiversität. Die gleichen Organisationen, die sich sonst über jeden “künstlichen” Eingriff in die Natur aufregen, machen nun großflächig genau das.

Man sollte annehmen, daß gerade die Grünen und ihre Organisationen wie Pro natura etc. sich riesig freuen darüber, daß die Natur Jahr für Jahr Raum zurückerobert.

Eigenartigerweise ist dies nicht der Fall.
Umweltorganisationen wie Pro natura verdienen nicht nur mit Panikmache vor Waldsterben, sondern auch mit Panikmache vor zuviel Wald.

Wenn Wiesen wieder zu Wald würden, würde das das Biodiversität schaden. Wieso es mit künstlichen menschlichen Eingriffen mehr Biodiversität geben soll, fragt man sich. Und man sollte eigentlich annehmen, daß Umweltorganisationen wie Pro natura für möglichst wenig menschliche, künstliche Eingriffe in die Natur sind.

Das Gegenteil ist der Fall.

Pro natura begreift den Kampf gegen die Natur als Aufwertung, Zitat: “Die aufgewerteten Trockenweiden werden auch heute noch von den beteiligten Landwirten bewirtschaftet, nachdem sich Pro Natura aus den Projekten zurückgezogen hat.”

Und für die Bauern, die bei diesem Spiel mitmachen regnet es Steuergelder, Zitat:

“Das Engagement zahlt sich für die Landwirte aus, denn sie erhalten Geld (Direktzahlungen / Naturschutzbeiträge) für die Beweidung der wiedergewonnenen Trockenstandorte. Engagement zahlt sich für die Landwirte aus, denn sie erhalten Geld (Direktzahlungen / Naturschutzbeiträge) für die Beweidung der wiedergewonnenen Trockenstandorte.”

Einmal so, einmal so

Wenn auf der einen Seite gegen Wald gekämpft wird, fragt sich andererseits, wieso Gemeinden wie z. B. Cazis via Forst Heinzenberg viel Geld für Aufforstung ausgeben. Dann könnte man nach der Holzernte ja eigentlich die Natur sich selbst überlassen. So für die Artenvielfalt. Abgesehen einmal davon, daß man inzwischen weiß, daß in aller Regel innert kürzester Zeit sich selbst Wald regeneriert / bildet und man sich die Aufforstung mit Steuergeldern sparen kann, selbst in Gebieten in denen der Wald Schutzwaldfunktion hatte vor dem Fällen der Bäume.

Fazit

Es ist erwiesenermaßen so, daß die meisten Menschen Gebiete, in denen nicht nur reiner Wald ist, sondern es auch Wiesen gibt, schöner finden als die freie Natur. Zum Beispiel beim Wandern es angenehmer finden anstatt durch reinen Wald auch an Wiesen vorbeizugehen.

Und es ist sicher auch so, daß Trockenwiesen ein schönes Landschaftsbild abgeben.

Man kann darüber sprechen, ob man aus historischen Gründen oder weil man das Landschaftsbild so schöner findet, Trockenwiesen fördern will.

Aber daß neuerdings Artenvielfalt nur möglich sein soll durch künstliche Eingriffe in die Natur, ist ausgemachter Schwachsinn und reine Ideologie. Ein erfundenes, herbeigeschriebenes neues Betätigungsfeld von Umwelt- und Naturschutzorganisationen. Nachdem man mit Waldsterben keine Spendengelder mehr sammeln kann, sammelt man nun Spendengelder im Kampf gegen die freie Natur, gegen die Verbuschung und anschließende Verwaldung.

Auf einmal ist Naturschutz also der Kampf gegen die Natur.

Und viele lassen sich das genauso einreden wie das angebliche Waldsterben.

Für beide Mantra gilt nur eines zu sagen:

Unsinn!

 

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