GVG mit ausgeglichener Rechnung 2015

Durchschnittliche Schäden und die massive Prämiensenkung führen zu einem operativen Verlust von 2 Mio. Die Finanzanlagen ermöglichen einen kleinen Gesamtgewinn. Der Risikocheck für Gemeinden und Koopera-tionsprojekt mit dem Amt für Schätzungswesen haben das Sicherheitskompetenzzentrum für Gebäude im 2015 gefordert.
Schadenverlauf und Finanzen
Im Geschäftsjahr 2015 konnte mit einem operativen Verlust von CHF 1.99 Mio. und einem Unterneh-mungsgewinn von 9.72 Mio. das im Vorjahr angekündete und angestrebte ausgeglichene Ergebnis erzielt werden. Mit der massiven Prämiensenkung auf 2015, aus welcher 20 % Mindereinnahmen von 8 Mio. re-sultierten, ist das Ergebnis eine Punktlandung. Die Feuerschäden lagen mit CHF 12.01 Mio. im 10-Jahres-Durchschnitt, die Elementarschäden mit CHF 4.64 Mio. leicht darunter. Das Anlagegeschäft trug mit einer Performance von 1.62 % und einem Gewinn von CHF 10.56 Mio. zum leicht positiven Jahreser-gebnis bei.
Im Schweizerischen Vergleich hat die Gebäudeversicherung Graubünden im 10-Jahres-Durchschnitt die dritttiefste Schadenquote (Schadensumme im Vergleich mit dem Versicherungskapital). Die Präventions- und Interventionsaufgaben wurden in den letzten Jahrzehnten somit effektiv und effizient gelöst. Die GVG hat nach der auf 2015 vorgenommenen massiven Tarifsenkung eine der tiefsten Prämien der Schweiz. Das ist nur dank tiefen Schäden und kostengünstiger Leistungserbringung möglich. Damit die Gebäudeeigentümer auch in Zukunft von sehr tiefen Prämien profitieren können, muss sich die GVG den Herausforderungen der Zukunft frühzeitig stellen. Neben der Präventionsarbeit muss sie weiterhin günstig produzieren und deshalb ineffiziente Prozesse eliminieren. Eine neue Softwarege-neration wird diese Rationalisierungsbemühungen ab 2018 massgebend unterstützen.Die Kernaufgabe der GVG ist es, allen Gebäudeeigentümern im Falle eines grösseren Schadens die Existenz zu sichern und dies zu möglichst tiefen Prämien. Als obligatorische Versicherung will sie sich des-halb in Zukunft auf die obligatorische Versicherung von Gebäuden beschränken. Freiwillige Versi-cherungen werden nicht mehr angeboten. Gebäude im Miteigentum werden wie in der restlichen Schweiz und wie im Stockwerkeigentum üblich, nur noch einmal fakturiert.
Der Risikocheck für Gemeinden funktioniert
Als Sicherheitskompetenzzentrum berät die GVG die Gemeinden bei ihren Präventions- und Inter-ventionsbemühungen. Dazu gehören das Risikomanagement der Gemeinden und die Beratung in Präventions- und Interventionsfragen durch die GVG. Zusammen mit den Partnern Amt für Militär und Zivilschutz (AMZ), dem Amt für Wald und Naturgefahren (AWN) und andern Ämtern hat die GVG ein Risikoanalyseverfahren für Gemeinden entwickelt. Die Gemeindebehörden analysieren zu-sammen mit ihren Sicherheitsfachleuten wie lokalen Naturgefahrenberatern, Bauamtsleitern, Feuer-wehr- und Zivilschutzkommandanten ihre Risiken und können entsprechende Massnahmen ableiten. Die Sensibilisierung der Gemeindeverantwortlichen wird die Qualität von Planungen und Baubewilli-gungen in Gefahrengebieten erhöhen, Investition in Schadenverhütungsmassnahmen initiieren und die Ernstfallvorsorge mit Interventionskarten verbessern. Im 2015 konnte nach den Pilotgemeinden Poschiavo, Disentis und Domat/Ems mit weiteren drei Gemeinden (Trimmis, Flims und Felsberg) ei-ne Risikoanalyse vorgenommen werden. Daraus sind ein Normprozess und eine Moderationsweg-leitung entstanden. Im Rahmen des Bevölkerungsschutzgesetzes werden nun unter der organisato-rischen Leitung des Amtes für Militär und Zivilschutz (AMZ) alle Gemeinden eine Gefährdungsanaly-se durchführen. AMZ, AWN und GVG unterstützen die Gemeinden fachlich und finanziell.
Kooperationsprojekt GVG-ASW
Das Amt für Schätzungswesen (ASW) ermittelt aufgrund des gesetzlichen Auftrages in der Regel alle 10 Jahre gemeindeweise die Gebäudewerte. Die Schätzer/Immobilienbewerter er-mitteln den Neu- und Zeitwert für die Gebäudeversicherung und den Miet-, Ertrags- und Verkehrswert für die kantonale Steuerverwaltung und die Gemeinden. Regierung und Verwal-tungskommission GVG glaubten anfangs 2014 an ein Effektivitäts- und Effizienzsteigerungspo-tenzial, wenn die beiden Organisationen noch besser kooperieren würden. Sie haben ein ent-sprechendes Projekt initiiert. Inzwischen sind die Verbesserungsmöglichkeiten bei GVG und ASW erkannt und werden schrittweise umgesetzt. Mit der Vereinfachung der Prozesse bei der GVG wie z.B. dem neuen,vereinfachten Tarifsystem, der Aufhebung der freiwilligen Versiche-rung, der Erhöhung der Grenzwerte für Versicherungsanpassungen ohne Schätzung, der Rati-onalisierung der Schadenschätzungsprozesse sowie mit der Neuregelung der Schätzpflicht beim ASW und der geringeren Ersterfassungen der Daten soll der gesetzlich vorgegebenen 10-Jahres-Schätzrhythmus des ASW wieder eingehalten werden. Mit dem Projekt wird eine gemeinsame Datenbank mit gleicher Software realisiert, was zu konsistenteren Daten und we-niger redundanten Prozessen führen wird. Die Gebäudeversicherung profitiert zudem vom grossen und qualifizierten Potenzial an Immobilienbewertenden. Diese unterstützen das kleine Schadenschätzerteam der GVG im Falle von mittleren und grösseren Ereignissen. Die Immobi-lienbewertenden kennen die von ihnen bewerteten Gebäude am besten. Durch die gegenseitige Ausbildung aller Mitarbeitenden wirken diese bei den Kundinnen und Kunden als Botschafter des gesamten Versicherungs- und Bewertungsprozesses. Gemeinsame Regionalstandorte, gemeinsame Ausbildung und die Entwicklung einer Kooperationskultur runden die bereits weit fortgeschrittene Zusammenarbeit ab.

