Geschäftsjahr 2014/15 der Grischelectra AG: 2,5 Prozent weniger Strom

Geschäftsjahr 2014/15 der Grischelectra AG: 2,5 Prozent weniger Strom

Die Grischelectra AG hat im Geschäftsjahr 2014/15 mit rund 682 Millionen Kilowattstunden im

Geschäftsjahr 2014/15 der Grischelectra AG: 2,5 Prozent weniger Strom abgesetzt. (Symbolbild)
Geschäftsjahr 2014/15 der Grischelectra AG: 2,5 Prozent weniger Strom abgesetzt. (Symbolbild)

Vergleich zum Vorjahr rund 2,5 Prozent weniger Strom im Markt abgesetzt. Die öffentliche Hand hat von der Grischelectra AG als Erfolgsbeteiligung Einnahmen von fast 5,5 Millionen Franken erhalten, wie an der Generalversammlung vom 21. März 2016 bekannt gegeben wurde.

2,5 Prozent weniger Strom
Die im Geschäftsjahr 2014/15 eingebrachte Energiemenge nahm im Vergleich zum Vorjahr um 17 Gigawattstunden (GWh) oder 2,5 Prozent auf rund 682 GWh ab. Die gesamthaft eingebrachte Energie liegt im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt immer noch um 18 Prozent höher. Die Gesamtleistung (Übernahme durch B-Aktionäre) für diese Energie hat im Geschäftsjahr 2014/15 34,4 Millionen Franken betragen. Die an die Konzessionsgemeinden der Engadiner Kraftwerke AG, die Gemeinde Mesocco sowie den Kanton ausbezahlte Erfolgsbeteiligung (sogenanntes Aufgeld) hat sich im Geschäftsjahr 2014/15 gesamthaft auf knapp 5,5 Millionen Franken (Vorjahr: rund 5,6 Millionen Franken) belaufen.

Das Aufgeld hat 0,8 Rappen pro Kilowattstunde (Vorjahr ebenfalls 0,8 Rappen pro Kilowattstunde) betragen. Die durchschnittlichen Produktionskosten sind auf 5,04 Rappen pro Kilowattstunde (Vorjahr: 5,40 Rappen pro Kilowattstunde) gesunken. Die Abnahme ist darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2014/15 die Gesamtkosten der GEAG-Energie stärker gesunken sind, als die eingebrachte Energiemenge. Die Produktionskosten des Jahres 2014/15 lagen unter dem nachgeführten langjährigen Durchschnitt von 6.50 Rp./kWh.

Neu in den Verwaltungsrat wurde Herr Peter Lustenberger, Wettswil, als Vertreter der Axpo gewählt.

Zukunft Wasserkraft
An der Generalversammlung hat Regierungsrat Dr. Mario Cavigelli, Vorsteher des Bau-, Verkehrs- und Forstdepartements Graubünden, zum Thema „Zukunft Wasserkraft“ referiert. Dabei hat er die Ursachen der derzeitigen wirtschaftlichen Krise der Wasserkraft beleuchtet. Namentlich die politisch regulatorischen Eingriffe hätten dazu geführt, dass die bestehende Wasserkraft derzeit in ihrer Substanz gefährdet sei. Für die Bevölkerung sei diese Situation schwer zu verstehen, so Cavigelli, denn „Die Wasserkraft als einheimische, erneuerbare und effiziente Form der Stromproduktion ist unbestritten. Auch der Bund setzt mit seiner Energiestrategie auf die Wasserkraft. Daher sind Gegenmassnahmen dringend erforderlich.

“ Als kurzfristig wirkende Sofortmassnahme würde das im eidgenössischen Parlament diskutierte Marktprämienmodell im Sinne einer befristeten Übergangsregelung der Schweizer Wasserkraft helfen, die schwierige Situation etwas zu mildern. Auf längere Frist sei es indes unabdingbar, wieder wettbewerbliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Auseinandersetzung darüber sei ebenfalls dringlich zu einem Abschluss zu bringen, um den Elektrizitätsunternehmen möglichst rasch wieder stabile Rahmenbedingungen und Planungssicherheit zu bieten. Zentral sei, dass dabei für sämtliche erneuerbaren Energien gleich lange Spiesse geschaffen würden und dass die Leistungen der Wasserkraft (Beitrag an CO2-Vermeidung, Versorgungssicherheit, Erneuerbarkeit) effektiv und fair abgegolten würden.

Als neue Marktordnung wäre das schon früher diskutierte Quotenmodell prädestiniert. Aber nicht nur die Bundespolitik, auch alle übrigen Stakeholder (Unternehmen, Eigner, Kantone und Gemeinden) seien gefordert, ihren Beitrag zur Verbesserung der Situation zu leisten. Längerfristig würden die Experten die Chancen der Wasserkraft als in Takt sehen, weil die Wasserkraft unter marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen prädestiniert sei, einen substanziellen Beitrag an die Energiewende zu leisten.

Vom aktuellen Krebsgang der Wasserkraft im besonderen Masse betroffen, so Stefan Engler, Ständerat und Präsident des Verwaltungsrates der Grischelectra AG, seien die Gemeinden und der Kanton auch in ihrer Rolle als Konzedenten und als Anteilseigner an den Kraftwerken. Als Folge der verlorenen Rentabilität würde der Druck auf die Konzessionsleistungen wie auch auf die Heimfallvoraussetzungen anhalten und sich noch erhöhen, grössere Investitionen an bestehenden Anlagen würden möglichst hinausgeschoben und der Personalbedarf aufs Nötigste reduziert.

Der Bau neuer Grosswasserkraftwerke und selbst die Erweiterung bestehender würden als zu risikohaft hinausgeschoben. Zu kurz greife die Absicht, die verlorene Wettbewerbsfähigkeit auf dem Rücken der Konzessionsgemeinden und der Standortkantone austragen zu wollen, wenn von Teilen der Politik der Wasserzins bei schon konzessionierten Werken in Frage gestellt wird. Gefordert seien auch die Aktionäre der Partnerwerke, die Chancen von Investitionsvorhaben auch unter einer längerfristigen Perspektive zu beurteilen. Darin läge auch eine Chance, das Verhältnis zwischen Konzessionsgemeinden, Kanton und Partnern zu erneuern.

Donati

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