SVP GR: „Kanton verlocht mit Repower-Aktien eine Viertel-Milliarde Steuerfranken“

Die bündner SVP äussert sich aktuell zum Kauf von „Repower“-Aktien durch den Kanton:
Die SVP-Graubünden hat den Kauf von zusätzlichen Repower-Aktien aufgrund der dadurch entstandenen Aktienmehrheit seitens des Kantons schon von Anbeginn kritisiert.
Im August 2013 hat die SVP Graubünden den Kanton denn auch ausdrücklich davor gewarnt, die zusätzlichen 12.3 % Aktien der Repower von Alpiq für 86 Mio. Franken zu übernehmen. Wie der aktuell desolate Zustand des Aktienkurses zeigt, sind die Befürchtungen völlig zurecht erfolgt, denn durch die Aktienmehrheit des Kantons ist das Unternehmen zum Spielball der Politik geworden.
Durch Mithilfe von Grünen und Linken Kreisen hat es der Kanton unter der Ägide der Departemente Energie und Finanzen nun fertig gebracht, Repower derart zu schwächen, dass die Aktien kaum mehr was wert sind und entsprechend rund eine viertel Milliarde Steuerfranken in den Sand gesteckt wurden. Vor dem Kauf wurde zwar der Bevölkerung versprochen, dass der Kanton die Aktienmehrheit möglichst umgehend wieder abgibt – einmal mehr wurden die Steuerzahler an der Nase herumgeführt. Der Kanton hält auch drei Jahre nach diesem Versprechen die Aktienmehrheit, nur sind die Aktien kaum mehr was wert, ja sie haben gar Ramsch-Niveau erreicht und der Kurs sinkt rasant weiter. Nachdem bereits mit dem kläglichen Scheitern des Grosssägewerks in Domat Ems der Kanton einen Verlust von über 20 Millionen Franken eingefahren hat, kommt nun auch noch dieser riesige Verlust mit von gegen 250 Millionen der Repower-Aktien dazu. Die Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern will natürlich niemand tragen, nicht die Grünen und Linken Parteien und schon gar nicht die Regierung auch nicht der Energieminister oder die Finanzministerin. In der Privatwirtschaft müssten die Führungsverantwortlichen, welche ein solches Desaster anrichten, mit den entsprechenden Konsequenzen rechnen, das heisst unmissverständlich zurücktreten Die SVP-Graubünden fordert, dass nun endlich die Aktienmehrheit an der Repower vom Kanton abgegeben wird, sehr viel grösser kann ja der Verlust auch bei einem Verkauf nicht mehr werden. Dadurch würde Repower zumindest die unternehmerische Freiheit wieder zurückerlangen.


Es trifft zu, dass die SVP den Aktienkauf durch die Regierung stets missbilligte und es ist absehbar, dass dieses Geschäft ein markantes Verlustgeschäft wird. Damit erschöpft sich der Wahrheitsgehalt dieses Artikels aber auch schon. Der Repower wären rund 300 Millionen an Verlusten erspart geblieben, wenn das Unternehmen vorsichtiger agiert hätte und nicht extrem viel Geld für überrissene, umweltschädliche und darum hoffnungslose Projekte in den Sand gesetzt hätte. Die Details kann man hier: http://bit.ly/selbstverschuldet nachlesen. Und hätten die linksgrünen Kohlegegner in Graubünden und anderswo (mitte-rechts gab es in Graubünden nur Befürworter von Repowers gescheiterter Expansionsstrategie!) die Repower nicht gestoppt, wäre die einst kerngesunden Firma jetzt bankrott oder müsste vom Kanton gerettet werden. Eine markante Investition in Kohlekraftwerke hätte der Repower das Genick gebrochen. Da hat der Autor aber etwas sehr aus der Hüfte geschossen. „Guter Journalismus“ (Eigenwerbung der Schlagwort AG, Graubünden hätte dringenden Bedarf) ist das nicht.
Bei dem Beitrag handelt es sich um eine Mitteilung einer politischen Partei Graubündens.
Das ist auch klar und deutlich erkennbar ausgewiesen.
Ich hatte den Mitarbeiter, der diese Mitteilung zur Angelegenheit Repower veröffentlicht hat, gestern sogar ausdrücklich darum gebeten, unbedingt darauf zu achten, daß dies klar erkennbar ist, daß es sich um die Meinung einer politischen Partei und nicht um die Meinung der Redaktion handelt.
Und zwar (auch) deswegen weil ich gerade in punkto Kohle / fossile Energien dezidiert Ihrer Meinung bin. Also diese Kohle-Aktivitäten von Repower für verheerend hielt und halte. Zu fossilen Energien habe ich mich im Übrigen – unter anderem auch in dieser Zeitung – auch verschiedentlich kritisch geäußert, etwa hier:
http://www.rhätische-zeitung.ch/thusis-wird-fossil-und-setzt-auf-erdgas-der-beschlus-der-gemeinde-ist-nicht-unumstritten/
Oder auch hier:
http://domleschg24.ch/energiestadt-thusis/
Doch zurück zu Ihrer Kritik:
Dies ist ein freies Land mit freien Meinungen. Und daher darf jeder Leserbriefe, Medienmitteilungen und Meinungen einsenden. Wir veröffentlichen auch die Mitteilungen anderer Parteien dazu. Aber uns wurden zu diesem Thema von anderen Meinungsträgern oder Parteien keine Beiträge dazu eingesagt.
Auch, wenn eine Einsendung nicht unserer eigenen Meinung entspricht, gehört es sich – ganz im Sinne eines wirklich guten Journalismus – auch gegenteilige oder andere Meinungen zuzulassen und ihnen genauso Platz zu geben.
Schlechter Journalismus wäre hingegen, so zu tun, als berichte man und tatsächlich läßt man seine eigene Meinung undeklariert einfließen. Eine Krankheit vieler selbsternannter Qualitätsjournalisten im Übrigen.
Um es deutlich zu sagen: Selbstverständlich sind auch Sie, sofern Sie zur Debatte etwas Sachliches und im allgemeinen Interesse liegendes beizutragen haben, herzlich eingeladen, einen Beitrag einzusenden. Wir werden ihn aber ebenso klar als Ihre Meinung deklarieren wie wir es hier bei der von Ihnen – in meinen Augen zurecht – kritisierten Einsendung getan haben.
Remo Maßat
Redaktion Rhätische Zeitung
http://www.SchlagwortAG.ch
T. 071 – 244 – 0000 / 081 – 552 – 0008