Kinderbetreuung nützt Allen

Die Bündner Kinderbetreuungseinrichtungen lassen in verschiedenen Ortschaften rund 2‘500 Ballone in den Himmel steigen. Sie machen damit am internationalen Tag der Kinderrechte vom 20. November auf die zunehmende Bedeutung der Kinderbetreuung und ihren grossen gesellschaftlichen Nutzen aufmerksam. Die hohen Beiträge sind hingegen für viele Eltern ein Problem.
Die Zahl der in Graubünden betreuten Kinder hat sich in den letzten 10 Jahren verdreifacht. Mittlerweile werden rund 2‘500 Kinder aus 100 Gemeinden während etwa 1,5 Millionen Stunden pro Jahr betreut. Familienergänzende Kinderbetreuung ist in allen Regionen Graubündens eine gesellschaftliche Realität. An den Standorten der Kinderbetreuungseinrichtungen finden deshalb verschiedene Aktionen statt. In Chur steigen an einem zentralen Anlass auf der Poststrasse gegen 10:00 Uhr rund 500 Ballone gegen den Himmel.
Familienergänzende Kinderbetreuung hat vielfältige positive Wirkungen. Sie macht den Kindern Spass, stärkt ihre sozialen Kompetenzen, fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ist auch eine wichtige Voraussetzung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Darüber hinaus hilft sie der Wirtschaft, weil ihr damit zusätzliche qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Für die Öffentlichkeit rechnet sie sich, weil durch höhere Steuereinnahmen und geringere Soziallasten jeder investierte Franken mehrfach zurück fliesst.
Die Kosten für die Betreuung werden in Graubünden zu fast drei Fünfteln von den Eltern und zu zwei Fünfteln durch die öffentliche Hand finanziert. Ein Bericht des Bundesrates vom Juli 2015 zeigt auf, dass Eltern in der Schweiz oft doppelt so viel bezahlen wie in Österreich, Deutschland oder Frankreich.
Die Kinderrechtskonvention ist ein Abkommen der Vereinten Nationen (UNO), welches Rechte für Kinder und Jugendliche festlegt. Sie wurde am 20. November 1989 von der Generalversammlung der vereinten Nationen angenommen und am 26. März 1997 durch die Schweiz ratifiziert. Im Zentrum der Konvention steht das Wohl des Kindes. Der Staat soll die Eltern bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen, beispielsweise durch Bereitstellen von Betreuungsinstitutionen. Alle Staaten, die dieses Abkommen unterzeichnen, müssen sich dafür einsetzen, dass diese Rechte für alle Kinder in ihrem Land Geltung haben.

