Scuol: Golfplatz wird weiter unterstützt – Unwetter verursachen Schäden von bis zu einer halben Million Franken
Der Gemeinderat von Schuls ist zusammengekommen und hat einige Beschlüsse gefaßt. Der Golfclub Vulpera erhält auch in den kommenden Jahren finanzielle Unterstützung der Gemeinde Scuol. Gleichzeitig hatte die Gemeinde in den vergangenen Wochen mit den Folgen heftiger Unwetter zu kämpfen. Vor allem im Val S-charl richteten mehrere Murgänge beträchtliche Schäden an. Die bisher geschätzten Kosten belaufen sich auf 400’000 bis 500’000 Franken.
Seit 2018 unterstützt die Gemeinde Scuol den Golfclub Vulpera mit jährlich 11’050 Franken. Davon entfallen 10’000 Franken auf einen direkten Unterstützungsbeitrag, weitere 1’050 Franken ergeben sich aus einer Reduktion der Wassergebühr aufgrund des Verbrauchs.
Der Vorstand des Golfclubs hatte sich mit Schreiben vom 9. Juli 2026 an die Gemeinde gewandt und um eine Verlängerung der Unterstützung ersucht.
11’050 Franken pro Jahr für den Golfclub
In den vergangenen drei Jahren seien dank einer strikten Budgetierung verschiedene wichtige Unterhaltsarbeiten möglich gewesen. Dazu gehörten unter anderem die Sanierung mehrerer Abschlagplätze, die Erneuerung von Drainagen sowie Verbesserungen am Bewässerungssystem.
Der Unterhalt des Golfplatzes bleibt allerdings anspruchsvoll. Der Platz liegt in einer witterungsanfälligen Landschaft, wodurch insbesondere im Frühjahr regelmässig Reparaturen an abgesenkten Wegen notwendig werden. Eine weitere Herausforderung stellt das Bewässerungssystem dar. Dieses wird noch immer manuell betrieben und verursacht dadurch hohe Kosten.
Der Gemeindevorstand beurteilt den Golfplatz als wichtiges Angebot und hat deshalb beschlossen, den Golfclub Vulpera auch von 2027 bis 2029 mit jährlich 11’050 Franken zu unterstützen.
Mehrere Murgänge nach heftigen Gewittern
Deutlich kostspieliger fallen die Folgen der Unwetter aus, die Ende Juli und Anfang August verschiedene Gebiete der Gemeinde trafen. Die ersten Murgänge wurden am Mittwoch, 29. Juli, registriert.
Im Val Lischana wurde eine kleine Brücke eines Wanderwegs weggerissen und der Durchgang durch das Flussbett verschüttet. Zudem wurde die Wasserleitung nach Pradella beschädigt. Die dortigen Haushalte mussten deshalb vorübergehend über das Reservoir mit Wasser versorgt werden. Die beschädigte Leitung muß repariert oder durch eine neue Trasse ersetzt werden.
Auch im Gebiet Uina, Curtinatsch, wurde eine Forststrasse zerstört. Das abgerutschte Material veränderte die Landschaft leicht. Grössere Schäden blieben dort jedoch aus. Bei den Tunneln, in Val Glatschera und bei den Puntins Ots wurde zunächst keine größere Beeinträchtigung festgestellt.
Im nördlichen Teil des Val S-charl gingen bei Plan da Funtanas an fünf Stellen rund 1000 Kubikmeter Material nieder. Dank rascher Räumungsarbeiten konnte die Strasse bereits am Donnerstagmittag wieder geöffnet werden. Ein weiterer Murgang ereignete sich unterhalb des Reservoirs von Ardez.
Zweite Unwetterserie verschärft die Situation
Am Freitagabend, 31. Juli, folgten gegen 17 Uhr weitere heftige Gewitter. Erneut gingen an verschiedenen Orten Murgänge nieder. Während Val Lischana und Vallorcha ohne Schäden davonkamen, mußte das Val Uina gesperrt werden. Bei einer Kontrolle am folgenden Tag zeigte sich, daß das Dach bei den Puntins Ots vollständig zerstört worden war.
Im Val S-charl waren die Auswirkungen wesentlich gravierender. Bei Sasstaglià und Val Chastès gingen erneut grosse Mengen Material nieder. Dabei wurden ein Auto und fünf Personen eingeschlossen. Die Personen konnten rasch befreit werden, das Fahrzeug konnte allerdings erst gegen Mitternacht geborgen beziehungsweise aus dem betroffenen Gebiet gebracht werden.
Bei Munt Rot wurden rund 30 Meter der Straße weggespült und der Fluss aufgestaut. Bei Trigl führte ein weiterer Murgang zu grossen Materialablagerungen und zur Bildung eines zweiten Sees. Die Strasse konnte dort provisorisch rasch wiederhergestellt werden.
50’000 Kubikmeter Material beim Lavinèr dals Vadès
Das grösste Ausmass erreichte der Murgang beim Lavinèr dals Vadès. Rund 50’000 Kubikmeter Material gingen dort nieder, verschütteten Strasse und Fluss und führten zur Bildung eines dritten Sees.
Für die Wiederherstellung des Verkehrswegs waren umfangreiche Arbeiten erforderlich. Bereits gegen 22 Uhr standen die ersten Maschinen im Einsatz. Mit zwei Arbeitsgruppen wurde bis zum folgenden Abend durchgearbeitet. Während der darauffolgenden sechs Tage dauerten die Arbeiten täglich von 6 Uhr morgens bis 23 Uhr.
Zeitweise standen bis zu sechs Lastwagen, vier bis fünf Bagger sowie zwei bis drei große Kipplader im Einsatz.
Das abgelagerte Material wurde teilweise direkt für die Wiederherstellung der Straße genutzt. Der betroffene Abschnitt in Richtung S-charl wurde dadurch um rund fünf Meter angehoben und auf mindestens zwölf Meter verbreitert. Damit veränderte sich auch die Linienführung der Strasse. Auf der Seite Richtung Scuol entstand zudem ein rund acht Meter hohes und 20 Meter breites Materialdepot.
Am Mittwochmittag war der Fluss wieder soweit freigelegt, daß das Wasser abfliessen konnte. Am Freitag konnten die Arbeiten abgeschlossen werden.
Erneute Murgänge Anfang August
Die Unwetterserie war damit allerdings noch nicht beendet. Am Donnerstag, 6. August, führten weitere Gewitter erneut zu Murgängen. Im Val S-charl gingen bei Plan da Funtanas vier weitere Murgänge nieder; weitere Ereignisse wurden in Sasstaglià, Val Chastès und Trigl registriert.
Am Freitagabend, 7. August, konnte die Straße für den Wochenendverkehr wieder geöffnet werden. In den ersten drei Tagen der darauffolgenden Woche waren tagsüber nochmals Sperrungen vorgesehen, um die Arbeiten bei Munt Rot abzuschliessen.
Die Gemeinde beziffert die durch die Unwetter entstandenen Schäden in S-charl derzeit auf rund 400’000 bis 500’000 Franken.
Der Gemeindevorstand würdigt insbesondere den Einsatz des technischen Leiters und des Leiters Unterhalt Ost. Ihnen wird für die Organisation und Koordination der Arbeiten sowie für die Unterstützung der Mitarbeiter gedankt. Auch die eingesetzten Arbeiter hätten mit grosßr Flexibilität und unter teilweise sehr langen Arbeitszeiten hervorragende Arbeit geleistet.
Vier neue Baubewilligungen
Neben den Unwetterschäden und der Unterstützung des Golfklubs wurden auch mehrere Bauvorhaben bewilligt. Die Direktion beziehungsweise der Gemeindevorstand erteilte folgende Baubewilligungen:
Garascha Fratschöl SA: Anpassung der beleuchteten Reklamen an der Via da Manaröl 679 in Scuol.
Giston SA: Verschiebung bestehender Garagen in Pracom in Ardez.
Pendicularas Scuol SA: Bau einer Beschneiungsinfrastruktur in Champatsch, Scuol.
Cla Duri Blanke: Vergrößerung des bestehenden Daches in Richtung Osten an der Adresse Champs / Pradatsch 28 in Ftan.
Damit reichen die jüngsten Beschlüsse des Gemeindevorstands von der Unterstützung des touristischen Angebots bis zur Bewältigung erheblicher Naturereignisse und den laufenden Bauvorhaben in der Gemeinde.
(pd, rm)
(Foto: Gmd. Scuol)

