Ab Herbst 2028: Zentralisierung der Polizeistützpunkte im Prättigau
Immer weniger Bürgernähe, immer mehr Zentralisierung? Die Bündner Regierung bevollmächtigt das Hochbauamt im Auftrag der Kantonspolizei (Kapo), einen Mietvertrag für einen neuen Polizeistützpunkt an der Industriestrasse in Luzein zu unterzeichnen, berichtet das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit.
Das zu mietende Raumangebot in einem Neubau umfaßt insgesamt 586 Quadratmeter und befindet sich im Zentrum des Einsatzraums Prättigau an polizeistrategisch optimaler Lage unmittelbar vor dem Kübliser Tunnel in Küblis-Dalvazza.
Für die Umsetzung der über den üblichen Bürostandard hinausgehenden Anforderungen des Mieters, insbesondere polizeispezifische Einbauten wie eine Gefangenenzelle, ein Sicherheitsschalter, Schlafkojen, ein Gitterabschluß in der Einstellhalle sowie weitere Sicherheitsmaßnahmen, wurde im Rahmen des Mietvertrags ein Kostendach von 300 000 Franken zulasten des Kantons vereinbart. Der neue Polizeistützpunkt Prättigau wird voraussichtlich im Herbst 2028 bezugsbereit sein. Das Vertragsverhältnis wird für eine feste Dauer von zehn Jahren abgeschlossen. Nach Ablauf der festen Vertragsdauer hat der Kanton die Option, den Mietvertrag zu zweimal fünf Jahren zu verlängern.
Im Einsatzraum Prättigau ist die Kapo bisher mit Polizeistützpunkten an den Standorten Schiers und Klosters präsent. Die Infrastruktur des seit dem 1. Juli 1991 angemieteten Polizeistützpunktes Schiers ist veraltet und es besteht Erneuerungsdarf. Zudem ist das Raumangebot beengt und kann nicht erweitert werden. Auch die Flächen am Standort Klosters sind beschränkt und bieten kein Optimierungspotenzial. Um die Einsatzfähigkeit der Mitarbeiter der Kapo auch künftig sicherzustellen, sei eine moderne und zeitgemäße Infrastruktur in den Bereichen IT, Einsatzmobilität und Arbeitsplatzgestaltung unerläßich.
Dem wird sicher jeder zustimmen, aber es fragt sich: Warum dann aus 2 Standorten nur noch einer?
Das neue Raumangebot in Küblis-Dalvazza sei mit rund 100 Quadratmetern größer als das der bestehenden Polizeiposten in Schiers und Klosters. Mit dem vorgesehenen Ersatz der bisherigen Standorte würden die Betriebseffizienz und die Bewirtschaftung erheblich verbessert, so das Department.
Durch die Reduktion der Anzahl Objekte und Mietverträge verringere sich auch der Aufwand für die Gebäudebetreuung sowie für die zu unterhaltende IT-Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen EDV und Telefonie, so weiter.
Nur:
Mit solchen Argumenten könnte man auch alle Polizeiposten in Graubünden in irgendwo im Raum Chur zusammenlegen.
(pd, rm)
(Archivbild: Kapo GR)

