Gemeindevorstand Scuol faßt wichtige Beschlüsse
Der Gemeindevorstand von Scuol hat an seiner Sitzung vom 27. Juli mehrere Geschäfte von regionaler Bedeutung behandelt. Im Zentrum standen die Zukunft des Kiesabbaus in Panas-ch Sura und Pradella, die Förderung von bezahlbarem Wohnraum sowie die Verkehrssicherheit beim Tankstellengelände in Nairs. Zudem wurden verschiedene Baugesuche bewilligt.
Konzession für Kiesabbau soll bis 2039 verlängert werden
Im Zusammenhang mit der Uina SA und dem Kiesabbau in Panas-ch Sura bei Sent will der Gemeindevorstand die bestehende Konzession verlängern. Die Konzession, die Ende 2027 ausläuft, soll zunächst um sechs Jahre bis Ende 2033 verlängert werden. Damit soll die notwendige Planungsphase für einen neuen Standort ermöglicht werden.
Für die Auffüllung und Rekultivierung des Geländes in Panas-ch Sura ist darüber hinaus eine Verlängerung bis Ende 2039 vorgesehen. Der Kiesabbau am bisherigen Standort ist inzwischen abgeschlossen. Das Material wird derzeit von Pradella herangeführt und in Panas-ch Sura verarbeitet. Mittelfristig soll die Kiesaufbereitung in die Nähe von Pradella verlegt werden; anschliessend sollen Auffüllung und Rekultivierung in Panas-ch Sura abgeschlossen werden.
Die Verlängerung der Konzession muß noch von der Gemeindeversammlung rechtskräftig genehmigt werden. Gleichzeitig soll das Verfahren für eine weitere Bewilligung des Kiesabbaus in Pradella beim kantonalen Amt für Raumentwicklung wieder aufgenommen werden.
10’000 Franken für neue Stiftung Dachasa
Ein weiterer Beschluss betrifft die geplante Fundaziun Dachasa, die von der Gesellschaft Anna Florin initiiert wurde. Ziel der Stiftung ist es, langfristig bezahlbaren Wohn- und Lebensraum für die einheimische Bevölkerung in der Region Engadin Bassa/Val Müstair, Samnaun und Val Müstair zu sichern und zu schaffen.
Die Stiftung soll Immobilien erwerben und verwalten sowie diese der ansässigen Bevölkerung zur Miete, im Baurecht oder in anderer geeigneter Form zur Verfügung stellen. Geplant sind zudem gemeinsame Wohnprojekte mit Gemeinden, Genossenschaften und weiteren Partnern.
Angesichts der angespannten Situation auf dem Markt für Erstwohnungen misst der Gemeindevorstand dem Vorhaben Bedeutung bei. Er hat deshalb beschlossen, die Gründung der Stiftung mit 10’000 Franken zu unterstützen. Der Betrag wird als nicht budgetierte Ausgabe bewilligt.
Keine Tempo-50-Zone in Nairs
Beim neuen Tankstellengelände in Nairs hat der zusätzliche Verkehr zu einer erhöhten Belastung der Kantonsstraße geführt. Der Kanton plant deshalb unter anderem ein Überholverbot zwischen der «Blauen Bouda» und der Anlage Rouda sowie zusätzliche Hinweise auf die Tankstelle.
Die kantonale Verkehrspolizei hatte gleichzeitig angeregt, im Bereich Nairs eine neue innerörtliche Strecke mit einer allgemeinen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h einzuführen. Damit wären jedoch zusätzliche Unterhalts- und Winterdienstaufgaben auf die Gemeinde übergegangen. Die damit verbundenen Kosten wurden auf rund 5’000 bis 10’000 Franken pro Jahr geschätzt.
Der Gemeindevorstand lehnte die Einführung einer Tempo-50-Strecke in Nairs deshalb ab.
Mehrere Bauvorhaben bewilligt
Schließlich erteilte die Gemeindeverwaltung beziehungsweise der Gemeindevorstand verschiedene Baubewilligungen. Diese betreffen unter anderem Umbauten und Fassadenrenovationen, eine Erweiterung einer Pferdestallung, den Einbau eines Dachfensters sowie eine neue Garage für den Rettungsdienst und einen Anbau für ein MRI beim Center da sandà Engiadina Bassa in Scuol. Auch die Umwandlung eines Einfamilienhauses in zwei separate Wohnungen sowie die Einrichtung einer Terrasse für einen Restaurationsbetrieb wurden bewilligt.
(pd, rm)

