Wahlen Thusis: 7 Fragen an Leo Bassy

Wahlen Thusis: 7 Fragen an Leo Bassy

Die Erwatzwahlen zum Gemeinderat und das Amt des Gemeindeammanns stehen in Thusis am Wochenende an. Leo Bassy ist gegenwärtig bereits im Gemeinderat und Vize-Gemeindeammann und kandidiert für das Amt des Gemeindeammanns. Domleschger Zeitung konnte Bassy zu seinen Prioritäten im Falle einer Wahl befragen.

Was sind Ihre drei wichtigsten Prioritäten für Thusis in den nächsten fünf Jahren?

Leo Bassy:
Stabile und leistungsfähige Verwaltung: Eine gut aufgestellte Verwaltung mit qualifizierten Fachkräften ist zentral für eine funktionierende Gemeinde. Wichtig ist mir eine Verwaltung, die in ihrer Kompetenz wächst und nicht einfach in der Anzahl Stellen. Viele Mikropensen erschweren Abläufe und führen zu Ineffizienz. Klare Zuständigkeiten und starke Fachpersonen schaffen Verlässlichkeit.

Solide und nachhaltige Finanzen: Thusis muss verantwortungsvoll mit seinen Mitteln umgehen, klare Prioritäten setzen und Investitionen sorgfältig prüfen. Gleichzeitig darf eine Schuldenbremse nicht zu einer Handbremse werden. Wir müssen auch in Zukunft investieren können und neue Einnahmequellen erschliessen.

Attraktivität als Wohn und Arbeitsort stärken: Thusis hat grosses Potenzial als Zentrum der Region. Dieses Potenzial wollen wir nutzen, indem wir gezielt hochwertige Projekte ermöglichen und die Standortqualität für Familien, Unternehmen und Fachkräfte weiter verbessern.

Wie wollen Sie die wirtschaftliche Entwicklung und lokale Arbeitsplätze in Thusis stärken?

Leo Bassy: Eine starke lokale Wirtschaft braucht gute Rahmenbedingungen. Dazu gehören verlässliche und effiziente Verwaltungsprozesse, klare Planungsinstrumente und eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem lokalen Gewerbe. Gleichzeitig müssen wir Thusis aktiv als attraktiven Standort positionieren, damit sich neue Unternehmen ansiedeln und bestehende Betriebe weiter wachsen können. Das stärkt Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Stabilität der Gemeinde.

Welche konkreten Massnahmen planen Sie im Bereich Wohnen und Infrastruktur? 

Leo Bassy: Beim Wohnen sehe ich vor allem Potenzial in qualitativ hochwertigen und attraktiven Projekten, die Thusis als Wohnstandort weiter stärken. Unser Ziel ist eine ausgewogene Entwicklung mit Projekten, die langfristig zur Qualität und Stabilität der Gemeinde beitragen.

Im Bereich Verkehr sind wir derzeit daran, das gesamte Verkehrskonzept zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, insbesondere von Fussgängern und Kindern, steht dabei im Vordergrund. Gleichzeitig müssen Erschliessung, Verkehrsfluss und Lärmemissionen ausgewogen berücksichtigt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung der Gemeindeverwaltung. Viele Dienstleistungen sollen künftig einfach und übersichtlich online erledigt werden können. Das spart Zeit, reduziert administrative Kosten und erleichtert den Zugang zu Gemeindedienstleistungen. Gleichzeitig ist mir wichtig, dass auch Einwohnerinnen und Einwohner, die ihre Anliegen lieber persönlich am Schalter oder telefonisch erledigen, weiterhin kompetent, freundlich und ohne Nachteile bedient werden.

Thusis übernimmt viele Funktionen für umliegende Gemeinden (Schulen, Einkauf, Dienstleistungen). Die Zusammenarbeit in der Region – etwa mit Gemeinden im Hinterrhein – ist daher zentral. Welche Schwerpunkte sehen Sie hier?

Leo Bassy: Thusis ist ein zentraler Knotenpunkt und erfüllt bereits heute viele Aufgaben für die gesamte Region Viamala. Von vielen Projekten und Angeboten profitieren zahlreiche Gemeinden in der Umgebung.

Deshalb ist eine konstruktive und faire Zusammenarbeit in der Region wichtig. Die Verantwortung einer Zentrumsgemeinde kann langfristig nur getragen werden, wenn auch die Partnergemeinden diese Rolle anerkennen und sich angemessen an regionalen Aufgaben beteiligen. Ziel ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit, bei der Nutzen und Verantwortung gemeinsam getragen werden.

Warum sind Sie die richtige Person für das Amt des Gemeindeammanns?

Leo Bassy: Ich bin in Thusis aufgewachsen, Unternehmer und seit einiger Zeit Mitglied des Gemeinderates. Ich kenne die Gemeinde aus verschiedenen Perspektiven und bin bereit, Verantwortung zu übernehmen, auch in anspruchsvollen Zeiten.

Mir geht es nicht darum, die Gemeinde einfach zu verwalten. Ich möchte gemeinsam mit Gemeinderat und Verwaltung aktiv gestalten und langfristige Lösungen entwickeln. Gerade in finanziell herausfordernden Zeiten braucht es klare Führung, Mut zu Entscheidungen und eine langfristige Perspektive für die Entwicklung von Thusis.

Solide Finanzen sind die Grundlage für alles andere: Investitionen, Steuern, Infrastruktur und soziale Angebote. Welche Schwerpunkte sehen Sie hier?

Leo Bassy: Eine verantwortungsvolle Finanzpolitik bedeutet, Ausgaben sorgfältig zu prüfen und Prioritäten klar zu setzen. Jeder eingesetzte Franken soll einen echten Nutzen für die Bevölkerung bringen.

Dabei ist mir wichtig zu betonen: Sparen bedeutet nicht automatisch, auf Leistungen verzichten zu müssen. Durch strategische Führung, saubere Beschaffungsprozesse und gute Verhandlungen kann man häufig die gleiche Leistung zu besseren Konditionen erhalten. Genau diesen Ansatz möchte ich weiter stärken. Ein konkretes Beispiel: Die Wasserzähler für die Gemeinde Thusis können wir heute rund 50% günstiger beschaffen als zuvor. Solche Lösungen zeigen, dass es möglich ist, Kosten zu senken, ohne Qualität oder Leistungen für die Bevölkerung zu reduzieren.

Gleichzeitig darf Sparen nicht zum Selbstzweck werden. Eine Gemeinde wie Thusis mit wichtigen regionalen Aufgaben muss weiterhin investieren können, damit Infrastruktur, Dienstleistungen und Lebensqualität langfristig gesichert bleiben. Entscheidend ist der richtige Ausgleich zwischen einem vernünftigen Umgang mit den Finanzen und gezielten Investitionen in die Zukunft der Gemeinde.

(Foto Leo Bassy: zVg)
(rm)

Admin

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