Baukultur-Anlaß in Chur: Über Geschmack läßt sich wohl nicht streiten
Ein Meinungskommentar von Remo Maßat
Baukultur ist wichtig, sie beeinflußt unser Wohlbefinden, unser tägliches Leben, unsere tägliche Umgebung. Denn Gebäude umgeben uns und wir halten uns darin auf. Vielerorts sind sie auch unser Arbeitsalltag, wir arbeiten in ihnen, studieren in ihnen, gehen in ihnen zur Schule und vieles andere mehr.
Wobei sich über Geschmack bekanntlich nicht streiten läßt. So sind bei einem „Tag der offenen Bauten“ (Open House unter den ausgewählten Gebäuden nebst vielen sehenswerten und schönen, ästhetischen Gebäuden auch einige sehr sehr gräßliche Bauten.
Wie das Gebäude der HTW Chur bzw. wie sie neu heißt, die Fachhochschule Graubünden. Man muß wirklich sehr lange hinschauen, um das schön finden zu können oder gar für positive Baukultur halten zu können. Und selbst nach sehr langem Hinschauen gelingt es nicht. Den hier Schreibenden jedenfalls schaudert jedesmal, wenn er an diesem Gebäude vorbeiläuft. Auch innen ist es kalt, architektonisch häßlich, wie man eindrücklich sehen kann.
Auch eine gruselige Landschaftsvergewaltigung eines neuen Gebäudes der Kantonspolizei Graubünden ist ausgerechnet in einer Veranstaltung zu Baukultur zu finden. Schön ist anders als das.
Auch ob die Schulanlage Haldenstein ein Beispiel für gute Baukultur ist oder eher eine Vergewaltigung der Landschaft, fragt sich.
Aber immerhin sind viele andere wirklich gute Beispiele auch vorhanden und immerhin sind nicht noch weitere Geschmacksverirrungen und Bausünden wie das potthäßliche Sinergia-Gebäude „im Angebot“ : -)
Somit ein lobenswerter Anlaß für den sicher auch einige wertvolle Sachen mitgenommen werden können.
(Bild: Verkehrsstützpunkt Chur, Foto Ingo Rasp)

