Langfristige Sicherheit vor der Rüfe Val Parghera

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Ein neues Schutzbautensystem für die Val Parghera wird langfristig Sicherheit bieten. (Bild: Standeskanzlei Graubünden)
Ein neues Schutzbautensystem für die Val Parghera wird langfristig Sicherheit bieten. (Bild: Standeskanzlei Graubünden)

Ein neues Schutzbautensystem für die Val Parghera wird langfristig Sicherheit bieten. Dank enger Zusammenarbeit aller Beteiligten kann das rund dreijährige Projekt zwischen Domat/Ems und Chur in Angriff genommen werden. Heute erfolgt der offizielle Spatenstich.

Spätestens seit April 2013 erlangte die Rüfe Val Parghera Bekanntheitsgrad. Damals rutschten mehrere 100 000 Kubikmeter Erdmaterial talabwärts und begruben die Kantonsstrasse unter sich. Nun bekommt die Rüfe ein neues Schutzbautensystem. Es soll einerseits der Industrie- und Gewerbezone Paleu Sura und anderseits den wichtigen Verkehrsträgern, wie der nahe gelegenen Kantonsstrasse, dem RhB-Trassee und der Nationalstrasse A13, einen langfristigen und nachhaltigen Schutz bieten.

Obwohl sich die Rüfe in den letzten zwei Jahren ruhig verhielt, werden weiterhin grosse Mengen Erdmaterial aus dem Einzugsgebiet der Val Parghera erwartet. Schätzungen zufolge hat sich erst rund die Hälfte aus der aktiven Rutschfläche losgelöst. Wann sich das restliche Material loslöst und ob sich der Rüfeabgang wirklich bis ins Tal bewegt, bleibt offen. Nebst der aktiven Rutschfläche sind auch andere benachbarte Herde als mögliche Rutschflächen lokalisiert worden, was das Gefahrenpotential zusätzlich erhöht. Derartige Naturgefahrenprozesse müssen langfristig und breit angegangen werden. Der Schutz soll auf Ereignisse ausgelegt werden, die in den nächsten rund 100 Jahren zu erwarten sind. Das Gefahrenpotential verlangt rechtzeitige und dem neuesten Wissensstand angepasste Vorkehrungen, um nachhaltig Schutz bieten zu können. Mögliche Folgen bei einem Bauverzicht oder bei einem eingeschränkten Schutzsystem lägen in keinem Verhältnis zu den jetzigen Aufwendungen.

Das neue Schutzbautensystem umfasst Massnahmen am Kegelhals, im Gerinne und am unteren Kegelrand der Val Parghera. Der Damm wird den hohen Sicherheitsanforderungen gerecht, während der Unterhalt des Schutzbauwerks mit einem grossen Durchlass optimiert wird. Das Herzstück bildet der neue Geschiebesammler auf Höhe der Kantonsstrasse. Er besitzt neu ein Rückhaltevolumen von rund 170 000 Kubikmetern (bisher 17 000 Kubikmeter), eine Bauwerkshöhe von 10 Metern und einen Rückhaltedamm von 300 Metern Länge. Zum Projektabschluss sind intensive Rekultivierungen und Ersatzaufforstungen geplant, um die grossen Bauwerke möglichst optimal ins Landschaftsbild zu integrieren.

Grober Terminplan

2016
Rodungsarbeiten
Bau neuer Auslaufsperre Geschiebefang
Bau Hauptdämme Geschiebefang
Bau Leitdämme Chur und Domat/Ems
Beginn Bau Strassenkörper neue Kantonsstrasse

2017
Instandstellung und Neubau Kanal
Verschiedene Rekultivierungen und Ersatzaufforstungen

2018
Instandstellungen Wildbachsperren
Oberbau neue Kantonsstrasse
Inbetriebnahme neuer Kantonsstrasse
Abschluss Rekultivierung Landwirtschaftsflächen und Wald

2019
Fertigstellung des Kanals April 2019
Abschlussarbeiten Schutzbautensystem

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