Graubünden soll “Datenautobahn” erhalten: Kanton setzt im Zeitalter des mobilen Internets auf Kabel

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In Zeiten, in denen viele Firmen ihre stationären Kabel-Internet-Anschlüsse demontieren und das Internet aus der Luft beziehen, will der Kanton Graubünden mehr Kabel verlegen. Und zwar mit Ultrahochbreitband.

Die Regierung will den Kanton Graubünden mit ultraschnellem Internet via Breitbandkabel erschließen.

Damit soll die Standortattraktivität gesteigert werden und Graubünden über eine gleichwertige Erschließung verfügen wie die großen Schweizer Agglomerationen. Damit will Graubünden im nationalen Vergleich einen Spitzenplatz in der Versorgung durch Ultrahochbreitband einnehmen.

Eine wettbewerbs- und konkurrenzfähige Erschließung der Regionen mit Ultrahochbreitband ist eine wichtige Voraussetzung, um die digitale Transformation im Kanton Graubünden voranzutreiben, glaubt der Kanton Graubünden.

Ist Kabel-Verlegung bzw. Ultrahochbreitband in zeiten von immer schnellerem Internet aus der Luft die Zukunft?

Ist Kabel-Verlegung bzw. Ultrahochbreitband in zeiten von immer schnellerem Internet aus der Luft die Zukunft?

Der Bedarf von Wirtschaft, Tourismus, Verwaltungen, Schulen, Versorgungseinrichtungen und Privaten an die Erschliessungsqualität steigt durch datenintensive Anwendungen kontinuierlich.

Eine entsprechende Interneterschliessung stellt somit einen wesentlichen Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen sowie für ihre Standortattraktivität dar.

Förderung der Breitbandinfrastrukturen mit Steuergeldern

Die Bündner Regierung hat deshalb beschlossen, den Ausbau der Breitbandinfrastrukturen zur Erschließung von Objekten, die für die wirtschaftliche Entwicklung, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und die Erhöhung der Standortattraktivität relevant sind, mit Beiträgen aus dem Verpflichtungskredit für systemrelevante Infrastrukturen im Umfang von maximal 50 Prozent der anrechenbaren Baukosten zu fördern. Um mit dem Ausbau eine kritische wirtschaftliche Größe zur Auslösung privatwirtschaftlicher Investitionen zu erreichen, sind allenfalls weitere Objekte zu erschließen. An diese Kosten sind Beiträge bis maximal 25 Prozent vorgesehen.

Um die Erschließung in den Regionen voranzutreiben, gewährt der Kanton für die konzeptionellen Arbeiten in den Regionen Förderbeiträge aus der Neuen Regionalpolitik (NRP) im Umfang von maximal 50 Prozent der Kosten.

Aufgrund von Berechnungen und Abschätzungen ist von einem Bedarf an kantonalen Fördermitteln im Umfang von rund 35 bis 70 Millionen Franken auszugehen.

Departmente beschließen, was ihrer nach die Wirtschaft braucht

Das Departement für Volkswirtschaft und Soziales sowie das Amt für Wirtschaft und Tourismus haben zusammen mit einer externen Expertengruppe ein Förderkonzept erarbeitet, mit welchem der Ausbau der Netzwerkinfrastrukturen zur Datenautobahn erfolgen soll.

Politiker erstellen Konzepte für die Erschließung

Die bündner Regierung will nicht Telekom-Konzernen und der Privatwirtschaft die Erschließung erlassen, sondern investiert Steuergelder.

In den erstellten Unterlagen soll aufgezeigt werden, wie die regionalen Erschließungskonzepte zum anschließenden Ausbau der Infrastrukturen erstellt und welche Förderleistungen mit Steuergeldern ausgerichtet werden können.

Der Ausbau der Infrastrukturen erfolgt über die Regionen. Diese setzen regionale Koordinations- und Umsetzungsteams mit Vertretern der politischen Behörden und regionalen Infrastrukturbetreibern sowie mit ausgewiesenen Fachexperten ein.

Diese Regionalteams legen fest, wo eine Erschließung mit Ultrahochbreitband erfolgen soll, evaluieren die technische und bauliche Umsetzung und erstellen einen Finanzplan.

Der Kanton setzt ein kantonales Expertenteam ein, welches die Regionen bei diesen Arbeiten unterstützt und fachlich begleitet.

Es prüft die Vorschläge und Analysen der Regionalteams auf ihre technische und wirtschaftliche Plausibilität und Realisierbarkeit. Das kantonale Expertenteam koordiniert zudem die überregionale Erschließung unter Einbezug der bestehenden Infrastruktureigentümer, eruiert überregionale Erschließungslücken und sorgt für die Umsetzung allfälliger überregionaler Maßnahmen.

Fit in die digitale Zukunft?

Mit dem Vorgehen gemäß Förderkonzept und den Förderleistungen seitens des Kantons soll in den Regionen ein Wettbewerb zwischen Anbietern von Fernmeldeinfrastrukturen und -diensten ermöglicht werden.

Im Kanton Graubünden führt dies zu einer gleichwertigen Erschließung hinsichtlich Qualität und Kosten wie in den Schweizer Großagglomerationen.

Damit werden einerseits ein schnelles und günstiges Internet sichergestellt und andererseits ein wichtiger Beitrag an die digitale Fitneß für die Zukunft geleistet, so der Kanton Graubünden.

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