7 Fragen an Joël von Mutzenbecher anläßlich seines bevorstehenden Auftritts in Chur

Share

Joël von Mutzenbecher, „Multitalent der Unterhaltung“ (Basler Zeitung) und Gewinner des Schweizer Komikpreises (bzw. des „Swiss Comedy Award“) 2015 kommt nach Graubünden.

Übermorgen gibt es sein Programm “Halbidiot” in Chur an der Klibühni mit einem Solo-Auftritt zu sehen.

RZ stellte 7 Fragen an den Komiker.

Sie bezeichnen sich als “Stand-Up-Comedian”. Für unsere Leser: Können Sie kurz erklären, wo ist der Unterschied zwischen einem normalen Komiker und einem “Stand-Up-Comedian”?

JvM: Nun ja, sagen wir mal so: ich bin Komiker und mache grundsächlich Stand-Up Comedy. Vergleichbar mit einem Musiker und seinem Genre. Es gibt zig Arten von Komikern und Comedy – Physical, Slapstick, Sketch, Kabarett etc. Und Stand-Up ist eine sehr reduzierte Art von Bühnen-Comedy. Ein Mensch und das Mikrophon, sonst nicht viel. Eine wunderbare Herausforderung.

RZ: Kürzlich spotteten Sie über jemanden, den Sie den Mann mit den “Spiky Hairs” nannten: Finden Sie Ihre Frisur schöner als die von Erich Hess?

HalbidiotJvM: Ja, muss ich als Eigenträger aber auch! Bei anderen Frisuren müsste ich es mir länger überlegen. Ich hatte übrigens auch mal Spiky Hair(s), aber irgendwann war bei mir die Pubertät vorbei.

RZ: Also ist Erich Hess junggeblieben…
Thema Politik: Sie sprechen von Trumpland, kritisieren SVP-Politiker. Sehen Sie sich als politischen Künstler / Komiker?

JvM: Das haben Sie jetzt geschrieben.

Überhaupt nicht. Ich habe nur ein Ziel: die Menschen zum lachen zu bringen und fast noch wichtiger, dass die Menschen danach auch mit einem richtig guten Gefühl von einer Show nach Hause kommen. Und wenn ich jetzt eine lustige oder absurde Geschichte erlebe wie eben zum Beispiel ein Rencontre mit Herrn Hess, dann muss das auch auf die Bühne, weil es einfach unterhaltsam ist. Sogar für SVP-ler. Zum Teil.

RZ: Der BZ sagten Sie, sie wollen “in Zukunft mehr Gesellschaftskritik in Ihre Auftritte einfließen” lassen, da lag die Frage nahe.
“Rassismus ist allgegenwärtig in der Schweiz.” sagten Sie weiter.  Woran machen Sie das fest?

JvM: Absolut! Sie ist auch, wie jede Frage, berechtigt. Aber nur weil ich Witze über Politiker oder unser Verhalten in der Gesellschaft mache, heisst das nicht, dass ich mich als politischen oder gesellschaftskritischen Komiker bezeichnen würde. Am liebsten bin ich einfach der Joël. Aber diese konkreteren Schubladisierungen braucht es für Zuschauer, wenn sie sich fragen: „Schatz, was gehen wir diesen Monat live schauen?“, das ist mir schon klar.

Und um ihre Frage zu beantworten: da müssen Sie sich das Programm ansehen!:) Um Ihnen eine wenigstens kurze Antwort zu geben: ich merke es an vielen Situationen. Zum Beispiel schon nur, wenn ich irgendwo in der Schweiz am Handy bin und mit der anderen Person Hochdeutsch sprechen muss.

RZ: Haben Sie einen Lieblingskanton?

JvM: Als Privatmensch: nein. Als Komiker: Natürlich! Graubünden! Ich liebe es! Deshalb spiele ich ja am Donnerstag in der Klibühni Chur auch mein Solo dort!

RZ: Haben Sie ein Lieblingsbuch?

JvM: Kommen noch viele von diesen „Lieblings-Fragen“? Ich tu mich da immer sehr schwer, etwas hervorzuheben. Ich lese grundsätzlich lieber Sachbücher, meistens über Comedy oder Psychologie, als Romane. Benjamin von Stuckrad-Barre und Brett Easton Ellis gefallen mir aber schon sehr gut. Und eine schöne Autobiographie tut es auch manchmal.

RZ: Nur noch eine, wobei es nicht ganz eine Lieblingsfrage ist. Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei-hätten, würden Sie… (bitte ergänzen)

JvM: Als Mensch: meine momentan schöne Balance von Zufriedenheit des Erreichten und Hunger auf Unerreichtes beibehalten. Als Komiker: am Donnerstag die Klibühni Chur mit lachfreudigen Menschen ausverkaufen!

Für alle, die diesen Wunsch erfüllen wollen oder einfach nur Unterhaltung / Komik genießen möchten, gibt es hier weitere Infos inkl. Videoausschnitten und natürlich auch Karten.

Jeol

(die Fragen stellte Remo Maßat für RZ, das Gespräch wurde digital geführt)
Zinsanlage